Zurechnung eines vom Arbeitgeber geleasten Kfz beim Arbeitnehmer

Einkommensteuer

Neues zur Bewertung des geldwerten Vorteils aus der Pkw-Überlassung an Arbeitnehmer.

Die Überlassung eines Kfz durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer stellt unstreitig einen geldwerten Vorteil und damit einen Lohnbestandteil dar. Der BFH hält an seiner Auffassung fest, dass der geldwerte Vorteil ausschließlich mit der 1 %-Regelung oder anhand der Fahrtenbuchmethode zu bewerten ist. Zuzahlungen zu den laufenden Kosten mindern die ertragsteuerliche Bemessungsgrundlage.

Ist der Arbeitnehmer jedoch wie ein Leasingnehmer oder als der wirtschaftliche Eigentümer des Pkw anzusehen, so wird der Pkw nicht dem Arbeitgeber, sondern ihm zugerechnet.

Der BFH führt folgende Beispiele für die Zurechnung beim Arbeitnehmer an:

  • Überlassung aufgrund einer vom Arbeitsvertrag unabhängigen Sonderrechtsbeziehung, beispielsweise eines Leasingvertrags.
  • Überlassung eines durch den Arbeitgeber geleasten Pkw aufgrund eines mit dem Arbeitnehmer geschlossenen Unterleasingvertrags. Es muss keine schriftliche Vereinbarung hierüber vorliegen.

Entscheidend sind die wesentlichen Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers, bezogen auf den Pkw. Übernimmt der Arbeitnehmer sämtliche Kosten wie Leasingraten, Benzin- und Reparaturkosten und trägt desweiteren die Gefahr für Beschädigung sowie Untergang des Pkw, so erfolgt die Zurechnung bei ihm mit der Folge, dass die 1 %-Regelung keine Anwendung findet. Aus der Überlassung des PKW resultierende Vorteile (z.B. Vorzugskonditionen beim Leasing) sind nach den allgemeinen Grundsätzen gem. § 8 Abs. 1 EStG zu bewerten.  

Fundstelle
BFH-Urteil vom 18.12.2014 VI R 75/13, veröffentlicht am 29.04.2015

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