Zur Abrechnung eines häuslichen Arbeitszimmers einer Klavierlehrerin und Konzertpianistin

Einkommensteuer

Eine selbstständige Musikpädagogin und Konzertpianistin verfügt mit ihrem häuslichen Übungszimmer, das sie für die Unterrichtung von Privatschülern sowie zur Vorbereitung auf Konzertauftritte nutzt, über ein häusliches Arbeitszimmer.

Ein häusliches Übungszimmer einer selbständigen Musikpädagogin und Konzertpianistin, das sie für die Unterrichtung von Privatschülern sowie zur Vorbereitung auf Konzertauftritte nutzt, ist als häusliches Arbeitszimmer zu qualifizieren. Das hat der BFH klar gestellt.

Grundsätzlich kann ein Steuerpflichtiger Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer maximal i.H.v. 1.250 EUR als Betriebsausgaben geltend machen, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG). Sofern das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet, ist ein höherer Abzug möglich.

Im vorliegenden Fall hatte der BFH die Frage zu klären, ob Aufwendungen für ein im selbstgenutzten Einfamilienhaus gelegenes Zimmer über den Betrag von 1.250 EUR hinaus abzugsfähig sind. Die Klägerin ist als Musikpädagogin und Konzertpianistin freiberuflich tätig und begehrt den unbegrenzten Abzug der Kosten für ihr Klavierstudio.

Das FG und ihm folgend der BFH vertreten die Auffassung, dass das Klavierstudio als häusliches Arbeitszimmer zu qualifizieren ist. Das Arbeitszimmer ist in die häusliche Sphäre eingebunden, da es einen engen räumlichen Bezug zu den zu Wohnzwecken genutzten Bereichen des Hauses aufweist. Auf eine typische büromäßige Ausstattung des Arbeitszimmers kommt es nicht an.

Die Feststellung des FG, dass ein Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung der Klägerin nicht festgestellt werden konnte, ist - so der BFH - nicht rechtsfehlerhaft.

Der BFH führt weiter aus, dass die Würdigung des FG, es könne nicht festgestellt werden, welche der Tätigkeiten der Klägerin den Schwerpunkt bilde, keinen Verstoß gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungssätze erkennen lässt. 

Fundstelle
BFH-Urteil vom 09.06.2015 VIII R 8/13, NV, veröffentlicht am 28.10.2015

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