Zufluss von Vergütungen beim beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer

Einkommensteuer

Der BFH hat in mehreren Verfahren entschieden, ob und wann im Anstellungsvertrag des Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH vereinbarte, aber nicht ausgezahlte, Vergütungen, wie z.B. Weihnachtsgeld und Tantiemen, als Arbeitslohn zu erfassen sind.

Mit Schreiben vom 12.05.2014 stellt die Finanzverwaltung nun klar, wie sie die Entscheidungen des BFH auslegt. Zusammenfassend ergibt sich danach folgende Verwaltungsauffassung:

  1. Dem beherrschenden Gesellschafter fließt eine eindeutige und unbestrittene Forderung gegen „seine“ Kapitalgesellschaft bereits mit deren Fälligkeit (sog. Zuflussfiktion) zu. Ob eine Bilanzierung durch die Gesellschaft erfolgt ist, ist für die Zuflussfiktion unerheblich, sofern eine Verbindlichkeit nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung hätte gebildet werden müssen.
  2. Verzichtet ein beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer auf einen Gehaltsanspruch, liegt eine verdeckte Einlage und damit ein Zufluss der Vergütung vor, wenn der Verzicht nach dem zivilrechtlichen Entstehen des Anspruchs erfolgt ist. Auch insoweit ist entscheidend, ob in einer zum Verzichtszeitpunkt fiktiv zu erstellenden Bilanz ein Passivposten nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung hätte erstellt werden müssen.

Das BMF-Schreiben verdeutlicht erneut den „sensiblen Umgang“ der Finanzverwaltung mit Vergütungen an Gesellschafter Geschäftsführer. Um Steuernachzahlungen zu vermeiden, ist daher auch für den Berater höchste Vorsicht geboten. Wie Sie Beratungsfehler und Haftungsfälle vermeiden, erfahren Sie in unserem Seminar „Vergütung des Gesellschafter-Geschäftsführers der GmbH“.

Fundstelle
BMF-Schreiben vom 12.05.2014 - IV C 2 - S 2743/12/10001, BStBl 2014 I S. 860

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