Zinsen nach Veräußerung, Vorfälligskeitsentschädigungen, Finanzierungskosten von Erhaltungsaufwendungen?

Einkommensteuer

Sie haben noch den Überblick, wann und wie diese Kosten nach dem Verkauf einer vermieteten Immobilie abgesetzt werden können!?

Glückwunsch, dann haben Sie sich von den jüngsten Änderungen in Rechtsprechung und Verwaltungsmeinung nicht verwirren lassen!

Wenn nicht, kein Problem: Wir fassen das Wichtigste für Sie kurz zusammen:

1.    Zinsen für Anschaffungs- oder Herstellungskosten nach Veräußerung

Zinsen, die im Zusammenhang mit der Finanzierung der Anschaffung/Herstellung einer vermieteten Immobilie stehen, können auch nach deren Verkauf als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend gemacht werden. Das gilt allerdings  nur insoweit, als der erzielte Veräußerungserlös nicht zur Rückzahlung der Darlehen ausreicht bzw. ausgereicht hätte. Unerheblich ist, ob eine nach § 23 EStG steuerbare Veräußerung vorliegt oder nicht.

Anwendung: Grundstücksverkauf nach dem 31.12.1998

2.    Zinsen für Erhaltungsaufwendungen nach Veräußerung

Auch für den nachträglichen Schuldzinsenabzug von fremdfinanzierten Erhaltungsaufwendungen ist es erforderlich, dass ein Veräußerungserlös vorrangig zur Tilgung der bestehenden Darlehen verwendet wird. Nur soweit der Veräußerungserlös zur Rückzahlung nicht ausreicht bzw. nicht ausgereicht hätte, können die Zinsen abgesetzt werden.

Anwendung: Grundstücksverkauf nach dem 31.12.2013

3.    Vorfälligkeitsentschädigungen

Fällt im Zuge des Verkaufs einer vermieteten Immobilie eine Vorfälligkeitsentschädigung an, ist ein Werbungskostenabzug bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung nicht möglich. Es handelt sich allerdings um Veräußerungskosten, die im Rahmen des § 23 EStG zu berücksichtigt werden können.

Fundstelle
BMF-Schreiben vom 27.07.2015 IV C 1 - S 2211/11/10001

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