Zeitpunkt des Zugangs zum steuerlichen Einlagekonto, § 27 KStG

Haas - Steuernachrichten

Forderungseinbringung durch den Gesellschafter und Einlagekonto (Zeitpunkt).

Grundsatz

Besteht die Einlage in der Einräumung einer Forderung gegen einen Gesellschafter (Einlageforderung), so ist unabhängig von der Darstellung in der Bilanz ein Zugang zum steuerlichen Einlagekonto grundsätzlich erst in dem Zeitpunkt zu verzeichnen, in dem die Mittel zufließen (BFH-Urteile vom 29.05.1996, I R 118/93, BStBl 1997 II S. 92; vom 31.03.2004, I R 72/03, BFH/NV 2004 S. 1423).

Ausnahme

Bringt der Gesellschafter dagegen eine Forderung gegenüber Dritten in die Kapitalgesellschaft ein, wird diese Forderung bereits dann dem Betriebsvermögen zugeführt – und ist dem steuerlichen Einlagekonto zuzuführen – wenn ihre Rechtsinhaberschaft auf die Kapitalgesellschaft übergeht. Dabei handelt es sich bereits um die Erfüllung der – nicht selten nur eine logische Sekunde zuvor vereinbarten – Einlageverpflichtung, denn die Abtretung ist die Verfügung über die Forderung. Es kommt also nicht etwa erst bei Erfüllung der Forderung durch den Dritten zu einem Zugang auf dem steuerlichen Einlagekonto.

Gestaltung

Liegt (z. B.) eine Start-Up-GmbH mit hohen Anfangsverlusten vor könnten – bevor zu erwartende Gewinne sprudeln – Forderungen gegenüber Dritten eingelegt werden, um sie dann noch neutral auszukehren.

Fundstelle
Urteil des FG des Saarlandes, 11.04.2018, 1 K 1127/16

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