Zankapfel Arbeitszimmer: Kein Abzug bei gemischter Nutzung

Einkommensteuer

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer können nur geltend gemacht werden, wenn ein abgeschlossener Raum vorhanden ist, der nahezu ausschließlich betrieblich genutzt wird, sofern kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Eine durch Raumteiler abgetrennte Arbeitsecke reicht nicht aus.

Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer und dessen Ausstattung können nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG steuerlich nur geltend gemacht werden, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. In diesem Fall wird die Höhe der abziehbaren Aufwendungen auf 1.250 EUR begrenzt. Bildet das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung, sind die Kosten uneingeschränkt abzugsfähig.

Ein häusliches Arbeitszimmer wird nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen steuerlich anerkannt. Es muss sich um einen Raum handeln, der in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist und (nahezu) ausschließlich zur Erzielung von Einkünften genutzt wird. Hier werden gedankliche, schriftliche oder administrative Tätigkeiten erledigt. Die Einrichtung muss der eines Büros entsprechen; der Schreibtisch soll das zentrale Möbelstück darstellen.

Der BFH hat seine bisherige Rechtsprechung jüngst bestätigt und entschieden, dass eine Arbeitsecke in einem gemischt genutzten Raum keinen Abzug als Betriebsausgaben oder Werbungskosten zulässt. Nur ein durch Wände und Türen abgeschlossener Raum kann ein häusliches Arbeitszimmer sein. Damit scheiden Durchgangszimmer, durch Raumteiler abgetrennte Bereiche ebenso aus wie eine offene Galerie. Kosten für betrieblich genutzte Archiv- oder Abstellräume in der selbst genutzten Wohnung können abzugsfähig sein.

Aufwendungen für Nebenräume wie Küche, Flur oder Bad können ebenfalls nicht (anteilig) abgezogen werden, werden sie nicht in nennenswertem Umfang betrieblich genutzt. Empfängt der Steuerpflichtige hingegen häufig Kunden oder werden die Räume von Angestellten mitbenutzt, könnte ein (anteiliger) Betriebsausgabenabzug denkbar sein. Hierzu hatte der BFH bereits mit Urteil vom 17.02.2016 X R 26/13 entschieden.

Fundstelle
BFH-Urteil vom 22.03.2016 VIII R 10/12

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