Wie viel Miete muss sein?

Diese Frage stellt sich dann, wenn eine GmbH eine Wohnung an ihren Gesellschafter- Geschäftsführer vermietet.

Das Problem: Ist die Miete unangemessen niedrig, handelt es sich steuerlich um eine verdeckte Gewinnausschüttung. Bisher galt daher, dass die Vermietung aus Sicht der GmbH mindestens kostendeckend erfolgen musste.

Das FG Baden-Württemberg hat diesen Grundsatz nun zugunsten der Steuerpflichtigen aufgeweicht. Nach Ansicht des Gerichts ist nicht in allen Fällen eine kostendeckende Vermietung erforderlich. Liegt die ortsübliche Vergleichsmiete, die für die Vermietung der Wohnung erzielt werden könnte, unterhalb der Kostenmiete, so ist eine Vermietung zum (niedrigeren) ortsüblichen Mietpreis ausreichend. Eine vGA liegt dann nicht vor.

Die vereinbarte Miete halte in diesen Fällen nämlich dem erforderlichen Fremdvergleich stand. Auch ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsführer hätte unter diesen Umständen die Wohnung nicht kostendeckend vermieten können.

Rechtskräftig ist das Urteil allerdings noch nicht, da die Finanzverwaltung Revision beim BFH eingelegt hat.

Fundstelle
FG Baden-Württemberg, Urteil vom 05.08.2014 6 K 24/13
Revision anhängig unter BFH I R 8/15

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