Werbungskostenabzug bei Ehegatten-Arbeitswohnung

Haas - Steuernachrichten

Befindet sich eine Wohnung im Eigentum beider Ehegatten und wird diese ausschließlich von einer Person als Arbeitswohnung genutzt, sind die grundstücksorientierten Aufwendungen nur zu 50 % als Werbungskosten abziehbar.

Erwirbt ein Ehepaar gemeinsam eine Wohnung und wird diese Wohnung dann ausschließlich von einer Person als Arbeitswohnung genutzt, können nicht die vollen, sondern nur anteilig Kosten als Werbungskosten berücksichtigt werden.

Der BFH teilt hier die grundstücksorientierten Aufwendungen wie z. B. AfA und Schuldzinsen auf. Soweit Darlehen zum Erwerb der Arbeitswohnung gemeinsam aufgenommen werden und Zins und Tilgung von einem gemeinsamen Konto beglichen werden, sind die Kosten dem jeweiligen Miteigentümer zuzurechnen.

Nutzt nun nur ein Ehegatte die Arbeitswohnung, kann dieser auch nur in Höhe seines Miteigentumanteils die Werbungskosten geltend machen, also 50 % der AfA und Schuldzinsen.

Hinweis

Anders verhält es sich bei nutzungsorientierten Aufwendungen. Diese sind allein durch die Nutzung der Wohnung entstanden, wie Strom, Gas, Wasser usw. und lassen den 100%igen Werbungskostenabzug zu, auch wenn sie vom gemeinschaftlichen Konto beglichen werden.

Fundstelle

BFH-Urteil vom 06.12.2017 VI R 41/15

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