Was soll denn das?! Umsatzsteuervoranmeldung als Kleinunternehmer?

Haas - Steuernachrichten

Auslandssachverhalte führen in vielen Fällen auch bei Kleinunternehmern zur Abgabepflicht einer vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldung.

Vermehrt wurden Anfang des Jahres Kleinunternehmer vom Finanzamt zur Abgabe einer vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldung aufgefordert. Doch was ist passiert?

Hintergrund ist die Änderung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses im Dezember 2018 und zwar des Abschn. 18.2 Abs. 2 UStAE.

Kleinunternehmer und Unternehmer mit einer Zahllast bis 1.000 EUR pro Kalenderjahr sollen von der Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen befreit werden. Es ist lediglich eine Umsatzsteuerjahreserklärung einzureichen. Das war schon immer so.

Satz 3 der oben genannten Vorschrift besagt aber, dass in bestimmten Ausnahmefällen dann doch wieder eine Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben ist. Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Diese Ausnahmefälle sind ausgedehnt worden auf die in § 18 Abs. 4a UStG genannten Fälle.

In der Praxis betrifft das vor allem Kleinunternehmer, die Auslandsbezug haben. Indikator dafür ist die erteile USt-ID Nummer. Liegen z. B. innergemeinschaftliche Erwerbe vor oder Leistungen, die unter das Reverse Charge Verfahren fallen, hat der Kleinunternehmer eine vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben.

Da den Mandanten oftmals gar nicht bewusst ist, dass sie z. B. eine Leistung beziehen, die unter das Reverse Charge Verfahren fällt, ist die Empfehlung für die Praxis auch bei diesen Mandanten zumindest vierteljährlich die Buchhaltung zu erfassen. Nur so können derartige Sachverhalte erkannt werden und der Abgabepflicht pflichtgemäß nachgekommen werden.

Fundstelle
Umsatzsteuer-Anwendungserlass aktualisiert

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