Vorsteuerabzug für die Renovierung eines Homeoffice

Haas - Steuernachrichten

Bei umsatzsteuerpflichtiger Vermietung des Homeoffice ist die Vorsteuer für Aufwendungen grundsätzlich abziehbar. Gilt das auch bei Renovierungsaufwendungen, die das gesamte Badezimmer betreffen?

Grundsätzlich ist es möglich sein häusliches Arbeitszimmer an den Arbeitgeber zu vermieten. Die Anerkennung des Mietverhältnisses setzt voraus, dass das Arbeitszimmer vorrangig im betrieblichen Interesse des Arbeitgebers genutzt wird. Führt der Arbeitgeber umsatzsteuerpflichtige Umsätze aus, ist die Optierung möglich, so dass es zu einer umsatzsteuerpflichtigen Vermietung kommt. So war es auch im vorliegenden Urteilsfall. Strittig war hier, inwieweit der Vorsteuerabzug aus umfangreichen Renovierungsmaßnahmen, insbesondere des Badezimmers, möglich war. 

Urteilsfall:
Die Kläger sind Eigentümer eines Gebäudes, das sie im Obergeschoss selbst bewohnen. Eine Einliegerwohnung mit Büro, Besprechungsraum, Küche und Bad/WC im Erdgeschoss vermieteten sie als Homeoffice des Klägers umsatzsteuerpflichtig an dessen Arbeitgeber. Die Kläger renovierten das Homeoffice. Von den Aufwendungen für Handwerkerleistungen entfielen 25.780 EUR auf die Renovierung des Badezimmers. Die hierauf entfallende Umsatzsteuer machten die Kläger im Rahmen ihrer Umsatzsteuererklärung als Vorsteuer geltend. Im Anschluss an eine Ortsbesichtigung ordnete das Finanzamt die Aufwendungen für das Badezimmer dem privaten Bereich zu und erkannte die hierauf entfallenden Vorsteuerbeträge nicht an. Das Finanzgericht gab der Klage nur teilweise statt. Der Vorsteuerabzug ist lediglich aus den Aufwendungen möglich, die die Sanierung der Sanitäreinrichtung (v.a. Toilette und Waschbecken) betreffen. Die dagegen eingelegte Revision, mit der die Kläger einen weitergehenden Vorsteuerabzug begehrten, wies der BFH als unbegründet zurück. Soweit das Homeoffice beruflich genutzt wird, berechtigen die Aufwendungen bei umsatzsteuerpflichtiger Vermietung grundsätzlich zum Vorsteuerabzug. Bei einer Bürotätigkeit kann sich die berufliche Nutzung auch auf einen Sanitärraum erstrecken, nicht jedoch auf ein mit Dusche und Badewanne ausgestattetes Badezimmer. Für diesen Anteil ist der Vorsteuerabzug ausgeschlossen. 

Fundstelle

BFH-Urteil vom 07.05.2020, V R 1/18

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