Vorsteuerabzug bei einem Ferrari

Umsatzsteuer

Ein vollumfänglicher Vorsteuerabzug aus den Aufwendungen für einen Ferrari ist häufig nicht möglich. Das FG Baden Württemberg hat dies wie folgt begründet: Diese Aufwendungen berühren die Lebensführung des Steuerpflichtigen oder anderer Personen und sind (anteilig) unangemessen.

Das FG Baden-Württemberg hat in einem aktuellen Urteil entschieden, dass ein vollumfänglicher Vorsteuerabzug aus den Aufwendungen für einen Ferrari ausgeschlossen sein kann.

Die Klägerin ist eine Kapitalgesellschaft, die zahnärztliche Laborleistungen erbringt. Gesellschafter sind die Eltern des Geschäftsführers, der mit seiner Ehefrau eine Zahnarztpraxis betreibt. Die Kapitalgesellschaft ist fast ausschließlich für die Zahnarztpraxis tätig. Ab Februar 2008 mietete die Klägerin einen Porsche und ab August 2008 einen Ferrari. Den Ferrari fuhr ausschließlich der Geschäftsführer. 2011 erwarb die Klägerin den Ferrari. Der Ferrari wurde lt. Fahrtenbuch für Fahrten zum Steuerberater, zur Bank und zu Fortbildungsmaßnahmen genutzt. Einmal nahm er an Renntagen teil. Der Vorsteuerabzug wurde vom beklagten Finanzamt auf einen geschätzten "angemessenen" Anteil gekürzt. Der betriebliche Repräsentationsaufwand sei unangemessen hoch. Das Finanzgericht entschied, dass der vom Finanzamt gekürzte Vorsteuerabzug zu Recht gekürzt wurde. Einkommensteuerlich besteht ein Abzugsverbot und die Vorsteuerbeträge entfallen auf diese Aufwendungen. Nicht abziehbar sind nämlich Aufwendungen der Lebensführung des Steuerpflichtigen, soweit sie nach allgemeiner Verkehrsauffassung unangemessen sind. Unangemessener betrieblicher Repräsentationsaufwand liege dann vor, wenn ein ordentlicher und gewissenhafter Unternehmer die Aufwendungen selbst nicht tätigen würde. Allerdings sind alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, diese sind: Größe des Unternehmens, die Höhe des Umsatzes und des Gewinns sowie die Bedeutung des Repräsentationsaufwands für den Geschäftserfolg nach der Art der ausgeübten Tätigkeit und seiner Üblichkeit. Im vorliegenden Fall ist die Bedeutung des Repräsentationsaufwands für den Geschäftserfolg der Klägerin allerdings gering, der Geschäftsführer ist dem Motorsport zugeneigt, die Bedeutung für den Geschäftserfolg der Klägerin gering, da diese überwiegend von der Zahnarztpraxis beauftragt werde und der Ferrari nur für Fahrten zum Steuerberater, zur Bank und zu Fortbildungsmaßnahmen genutzt werde.

FundstelleFG Baden-Württemberg, Urteil vom 06.06.2016 1 K 3386/15 

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