Vorsteuerabzug bei Betriebsveranstaltungen

Umsatzsteuer

Die Aufwendungen für eine Betriebsveranstaltung sind zu gleichen Teilen auf die anwesenden Teilnehmer aufzuteilen. Der Freibetrag von 110 EUR gilt pro Arbeitnehmer. Die Vorsteuer ist in dem Verhältnis der Arbeitnehmer, die den Freibetrag nicht überschreiten zu denen die diesen überschreiten abzugsfähig.

Eine Betriebsveranstaltung ist eine Veranstaltung auf betrieblicher Ebene mit gesellschaftlichem Charakter, z.B. Betriebsausflug, Weihnachtsfeier, Jubiläumsfeier. Der Teilnehmerkreis muss sich überwiegend aus Betriebsangehörigen, deren Begleitpersonen und gegebenenfalls Leiharbeitnehmern oder Arbeitnehmer anderer Unternehmer im Konzernverbund zusammensetzen. Je Betriebsveranstaltung und teilnehmenden Arbeitnehmer gilt ein Freibetrag von 110 EUR und das bis zu jährlich 2 Betriebsveranstaltungen.

Zur lohn- und umsatzsteuerlichen Behandlung von Betriebsveranstaltungen hat das BMF ein Schreiben vom 14.10.2015 veröffentlicht. Es bestanden aber noch Zweifel in welcher Höhe der Vorsteuerabzug vorgenommen werden darf, wenn für einen Teil der Arbeitnehmer der Freibetrag von 110 EUR nicht überschritten wird, für einen Teil aufgrund der Begleitperson aber überschritten wird.

Beispiel 
An einer Betriebsveranstaltung nehmen 100 Arbeitnehmer teil, von denen 50 von je einer Person begleitet werden. Die Aufwendungen für die Betriebsveranstaltung betrugen 15.000 EUR und sind auf 150 Personen zu verteilen. Auf jede Person entfällt ein geldwerter Vorteil von 100 EUR entfällt. Der geldwerte Vorteil, der auf die Begleitperson entfällt, ist dem Arbeitnehmer zuzurechnen. Demnach haben 50 Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil von 100 Euro, der den Freibetrag von 110 EUR nicht übersteigt. Bei den übrigen 50 Arbeitnehmern beträgt der geldwerte Vorteil 200 EUR, nach Abzug des Freibetrags von 110 EUR verbleiben 90 EUR, die als geldwerter Vorteil steuerpflichtig sind.

Zu der Frage in welcher Höhe ein Vorsteuerabzug möglich ist, hat das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg mit Schreiben vom 22.12.2015 Stellung genommen. Es führt aus, dass ein Vorsteuerabzug in der Höhe möglich ist, das dem Verhältnis der Arbeitnehmer, die den Freibetrag überschreiten zu denen die den Freibetrag nicht überschreiten entspricht. Im Beispielsfall ist demnach ein Vorsteuerabzug i.H.v. 50 % möglich, da 50 von 100 Arbeitnehmer den Freibetrag nicht überschreiten.  Dies entspricht auch der Auslegung des Abschnitts 15.15 Abs. 2 UStAE, da für die Aufteilung des Vorsteuerabzugs auf die Arbeitnehmer abzustellen ist.     

Fundstelle
Schreiben des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg vom 22.12.2015, Az E34-S710, 9/7

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