Vorsicht bei der Veräußerung privater Sammlungen

Einkommensteuer

Ebay - Werden aus dem Verkauf gesammelter Bierdeckel gewerbliche Einkünfte erzielt?

Verkaufserlöse können einkommen- und umsatzsteuerpflichtige Einkünfte darstellen, wenn sie aus der Veräußerung von privaten Sammlungen stammen.

Nach § 15 EStG liegt ein Gewerbebetrieb vor, wenn eine

  • selbstständige
  • nachhaltige Betätigung,
  • die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen,

unternommen wird und sich

  • als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt.

Die Betätigung darf weder als Ausübung von Land- und Forstwirtschaft noch als Ausübung eines freien Berufs noch als eine andere selbständige Arbeit anzusehen sein.

I.S.d. UStG ist Unternehmer, wer eine

  • gewerbliche oder berufliche Tätigkeit
  • selbstständig ausübt. Das Unternehmen umfasst die gesamte gewerbliche oder berufliche Tätigkeit des Unternehmers. Gewerblich oder beruflich ist jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen, fehlt. 

Das FG Köln ist der Auffassung, dass der kontinuierliche Verkauf von Gegenständen einer privaten Sammlung der Einkommen- und Umsatzsteuer unterliegt.

Der Kläger habe aufgrund intensiver und langjähriger Verkaufsaktivitäten selbstständig und nachhaltig Einnahmen erzielt. Unerheblich dabei sei, ob er die Gegenstände entgeltlich oder unentgeltlich erworben habe, da der Erwerb für den späteren Verkauf erfolgte.

Das Urteil kommt im Hinblick auf den Verkauf von privaten Sammlerstücken zu einer anderen Rechtsauffassung als der BFH.

In mehreren Urteilen hatte der BFH entschieden, dass die Veräußerung von Einzelstücken nicht der Umsatzsteuer unterliege, sofern eine Sammlung teilweise umgeschichtet oder ganz oder teilweise veräußert würde.

Im vorliegenden Fall besteht der Unterschied darin, dass der Kläger die geerbte Sammlung weiter fortgeführt und lediglich doppelte Gegenstände veräußert hat. Der Erwerb doppelter Exemplare sei mit der Absicht einer späteren Veräußerung erfolgt und daher mit dem Verhalten eines Händlers vergleichbar.

Der Umstand, dass der Kläger von den erzielten Verkaufserlösen seinen Lebensunterhalt bestritt, führt zu der Annahme, dass nicht die Freude am Sammeln, sondern die Einnahmeerzielungsabsicht bei der Veräußerung der doppelten Exemplare im Vordergrund stand. 

Fundstelle
FG Köln, Urteil vom 04.03.2015 14 K 188/13

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