Vorabgewinn an Komplementär- oder Beteiligungs-GmbH

Haas - Steuernachrichten

Das FG Münster bestätigt ein "Gestaltungsmodell" bei dem an eine Komplementär-GmbH statt "Geschäftsführervergütung" ein Vorabgewinn gezahlt wird.

Überlegenswert ist die Gestaltung der Komplementär-GmbH einen hö-heren Vorabgewinnanteil zu gewähren ganz allgemein vor folgendem Hintergrund:

  • Die Gewinne der Komplementär-GmbH unterliegen nur dem KSt-Satz von 15 % gegenüber dem i. d. R. höheren ESt-Satz bei den Kommanditisten.
  • Auf der Ebene der GmbH fällt keine (zusätzliche) GewSt auf Gewinne aus der KG an, § 9 Nr. 2 GewStG.
  • Die GewStG der KG wird gem. § 35 Abs. 2 Satz 2 EStG nur bei den Kommanditisten auf die ESt angerechnet, da hier nur der allgemeine Gewinnverteilungsschlüssel maßgeblich ist. Die Vorabgewinnanteile der GmbH mindern die Anrechnung also nicht.
  • Bei Gewinnausschüttungen aus der GmbH unterliegen diese der Abgeltungsteuer bzw. dem Teileinkünfteverfahren. Diese Steuerbelastung tritt aber erst ein, wenn tatsächlich Gewinnausschüttungen erfolgen.
  • Sollte es weiterhin gewünscht sein, die Gewinne aus der KG in steuerliches Betriebsvermögen zu investieren, könnte man sich den sog. "Ballooning-Effekt" zunutze machen, d. h. der Steuervorteil gegenüber der ESt könnte für Investitionen auf der GmbH-Ebene genutzt werden. Hierbei stört allerdings das Risiko aus der Vollhafterstellung der GmbH, sodass man an deren Stelle eine Kommanditisten-GmbH in Erwägung ziehen sollte.

Vorsicht: Es ist Revision eingelegt worden.

Fundstelle
FG-Münster, Urteil vom 23.02.2018, 1 K 2201/17 F, EFG 2018 S. 1099
Revision BFH: IV R 11/18

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