vGA oder Arbeitslohn: Was ist bei der privaten Pkw-Nutzung günstiger?

Die private Pkw-Nutzung eines der Gesellschaft gehörenden Fahrzeugs durch den Gesellschafter-Geschäftsführer kann auf arbeitsvertraglicher Grundlage erfolgen oder durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst sein. Entsprechend ist die Nutzung vom Gesellschafter als Arbeitslohn oder als verdeckte Gewinnausschüttung zu versteuern. Diesen vom BFH in jüngerer Vergangenheit festgelegten Spielregeln hat sich mittlerweile auch das BMF angeschlossen.

Was empfehlen wir als Berater unseren Mandanten?

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Wie so oft kommt es auf den Einzelfall an. Grundsätzlich lässt sich zur Ertrag- und Umsatzsteuerbelastung jedoch Folgendes sagen:

1. Ertragsteuer

Egal ob Arbeitslohn oder (verdeckte) Gewinnausschüttung - die Höhe des steuerlichen Vorteils kann in beiden Fällen nach der 1 %-Methode oder durch Fahrtenbuch ermittelt werden. Steuerlich ist bei Gesamtbetrachtung von Gesellschaft und Gesellschafter eine Berücksichtigung als Arbeitslohn meistens günstiger. Macht die Gesellschaft allerdings Verluste oder besitzt sie Verlustvorträge, führt hingegen der Ansatz einer verdeckten Gewinnausschüttung zu einem Steuervorteil. Vorteile können sich auch dann ergeben, wenn die vGA auf Ebene der Gesellschaft nicht nach der 1 %-Methode, sondern mit dem gemeinen Wert (ggf. zu schätzen) angesetzt wird.

2.         Umsatzsteuer

Umsatzsteuerlich ist die Überlassung auf gesellschaftsrechtlicher Grundlage günstiger. In diesem Fall kann bei Anwendung der 1 %-Methode auf die Bemessungsgrundlage ein pauschaler Abschlag von 20 % für nicht mit Vorsteuer behaftete Kosten vorgenommen werden. Außerdem  müssen Fahrten zwischen Wohnung und GmbH nicht versteuert werden, weil es sich um unternehmerische Fahrten handelt.

tl;dr Solange bei der Gesellschaft Körperschaft- und Gewerbesteuer anfallen, wird die Besteuerung der Privatnutzung als Arbeitslohn regelmäßig günstiger sein. Dies wird auch nicht durch die umsatzsteuerlichen Vorteile kompensiert. Macht die GmbH allerdings Verluste oder muss sie aufgrund von Verlustvorträgen keine Steuern zahlen, ist eine Berücksichtigung als verdeckte Gewinnausschüttung günstiger. Als Berater sollten wir beide Optionen im Blick haben und ggf. rechtzeitig die vertraglichen Grundlagen schaffen.

Fundstelle
BFH-Urteil vom 05.06.2014 XI R 2/12
BMF-Schreiben vom 03.04.2012 IV C 2 - S 2742/08/10001, BStBl 2012 I S. 478

zur Übersicht