Verzinsung von Darlehen richtig vereinbaren

Bilanzsteuerrecht

Ein Darlehen ist auch dann abzuzinsen, wenn die Verzinsung zwar noch vor dem Bilanzstichtag vereinbart wurde, vereinbarungsgemäß jedoch erst nach dem Bilanzstichtag einsetzt. Wird die Restlaufzeit eines Darlehens nicht fest vereinbart, ist es ebenfalls abzuzinsen, auch bei kurzfristiger Kündbarkeit.

Verbindlichkeiten sind nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG mit einem Zinssatz von 5,5 % abzuzinsen, es sei denn deren Laufzeit beträgt am Bilanzstichtag weniger als zwölf Monate, die Verbindlichkeiten sind verzinslich oder sie beruhen auf einer Anzahlung oder Vorausleistung.

Im Streitfall enthielt der Darlehensvertrag keine ausdrückliche Laufzeit. Die Rückzahlung konnte kurzfristig mit einer Frist von 30 Tagen erfolgen. Eine Verzinsung erfolgte lediglich unter der aufschiebenden Bedingung, dass der Darlehensnehmer Dividendenzahlungen erhält, was nicht eintraf. Eine garantierte Mindestverzinsung sah der Vertrag nicht vor, ebenso wenig die Kumulation von nicht gezahlten Zinsen. Vor dem Bilanzstichtag trafen die Vertragsparteien eine Verzinsungsvereinbarung. Die Verzinsung sollte allerdings erst mit Beginn des nächsten Geschäftsjahres einsetzen.

Finanzamt und Finanzgericht sahen hierin keine am Bilanzstichtag bestehende Zinsvereinbarung für das laufende Geschäftsjahr und nahmen eine Abzinsung nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG vor.

Das FG hat die Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassen. Beim BFH ist das Verfahren unter dem Aktenzeichen I R 23/16 anhängig.

Halten Sie entsprechende Verfahren mit Verweis auf das anhängige Verfahren offen.

Fundstelle
FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 10.02.2016 11 K 12058/13

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