Versorgungsleistung bei der Übertragung eines GmbH-Anteils

Haas - Steuernachrichten

Die Übergabe von Vermögen in die nächste Generation kann auch bei GmbH-Anteilen gegen Versorgungsleistungen erfolgen.

Der Sonderausgabenabzug von Versorgungsleistungen ist nach § 10 Abs. 1a Nr. 2 Buchstabe c EStG aber nur möglich, wenn

  • die Versorgungsleistungen im Zusammenhang mit der Übertragung eines mindestens 50 % betragenden Anteils an einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung gewährt werden,
  • der Übergeber als Geschäftsführer tätig war und
  • der Übernehmer diese Tätigkeit nach der Übertragung übernimmt.

Das Erfordernis, dass der Übergeber als Geschäftsführer tätig war und der Übernehmer diese Tätigkeit nach der Übertragung übernimmt, soll sicherstellen, dass nur eine solche GmbH in den Begünstigungsbereich des § 10 Abs. 1a EStG fällt, bei der der Übergeber, ähnlich wie der Inhaber eines Einzelunternehmens und typischerweise auch ein Mitunternehmer, persönlich in der Geschäftsführung tätig ist, Kulosa in Herrmann/Heuer/Raupach, EStG/KStG, § 10 EStG, Rz 91.

Gibt der Übergeber die Geschäftsführertätigkeit nicht vollständig und ausnahmslos auf, kann eine Anwendung der Versorgungsregelung nicht erfolgen.

Fundstelle

FG Münster, Urteil vom 31.08.2016 12 K 3245/15 E, EFG 2016 S. 1943, Revision eingelegt, Az des BFH X R 35/16

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