Verschärfung der Regelungen zu den Sachbezügen

Haas - Steuernachrichten

Das Jahressteuergesetz beinhaltet überraschenderweise doch Verschärfungen zur Abgrenzung von Barlohn und Sachbezügen. Steuerliche Berater und Arbeitgeber sollten dieses unbedingt im Blick behalten.

Der Bundesrat hat am 29.11.2019 dem „Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“ (Jahressteuergesetz 2019) zugestimmt. Das Gesetz enthält neben zahlreichen weiteren Regelungen eine wichtige Änderung bei der Abgrenzung von Bar- und Sachlohn. Insbesondere bei Gutscheinen und Geldkarten dürfte es noch komplizierter werden. Denn § 8 EStG wird wie folgt geändert:

2Zu den Einnahmen in Geld gehören auch zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen, Geldsurrogate und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten. 3Satz 2 gilt nicht bei Gutscheinen und Geldkarten, die ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen und die Kriterien des § 2 Absatz 1 Nummer 10 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes erfüllen.

Laut Gesetzesbegründung sollen durch die Änderung insbesondere bestimmte Open-Loop-Geldkarten nicht länger als Sachbezug gelten. Open-Loop-Geldkarten können an zahlreichen Akzeptanzstellen zur Zahlung genutzt werden. Unberührt von der Änderung sollen nach der Gesetzesbegründung hingegen sog. Closed-Loop- (nur beim Aussteller der Karte einlösbar) sowie sog. Controlled-Loop-Karten (Centergutscheine, „City-Cards“) weiterhin als Sachbezug möglich sein. Hier gilt es also für die Arbeitgeber und steuerlichen Berater besonders aufmerksam zu sein. Denn erfolgt eine Umqualifizierung in Barlohn ist alles steuer- und sozialversicherungspflichtig. Die 44 €-Freigrenze für Sachbezüge findet dann entsprechend auch keine Anwendung mehr. Auch bei der 44 € Freigrenze kam es zu Verschärfungen. Im Rahmen der 44-Euro-Freigrenze ist keine Lohnumwandlung mehr zulässig, das bedeutet, der Arbeitgeber muss solche Benefits künftig zusätzlich zum Arbeitslohn gewähren.

Leider schafft die Regelung nicht – wie in der Gesetzesbegründung behauptet – mehr Rechtssicherheit, sondern eher das Gegenteil. Die Frage, ob Bar- oder Sachlohn vorliegt, dürfte in der Praxis nun in vielen Fällen noch schwieriger zu beantworten sein als zuvor. Es bleibt zu hoffen, dass die Finanzverwaltung der Gesetzesänderung ein klarstellendes Anwendungsschreiben folgen lässt. 

Praxishinweis:

Ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO im Auftrag der Sodexo GmbH klärt einige wichtige Punkte in Bezug auf die Änderungen bei den Sachbezügen ab 2020. Hier erfahren Sie mehr.

Fundstelle

Jahressteuergesetz 2019

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