Verlustabzug bei Ferienhäusern erleichtert

Einkommensteuer

Das Finanzgericht Köln hat den Verlustabzug bei Ferienhäusern erleichtert. Verluste aus der Vermietung eines Ferienhauses sind auch dann steuerlich zu berücksichtigen, wenn kein Einnahmenüberschuss erwartet wird. Das gilt selbst dann, wenn die Eigennutzung nachträglich ausgeschlossen wird.

Grundsätzlich ist gem. § 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 EStG bei einer auf Dauer angelegten Vermietungstätigkeit von der Absicht des Vermieters einen Einnahmenüberschuss zu erzielen, auszugehen.

Im Streitfall erwarb ein Ehepaar 1999 ein Ferienhaus und schloss hierfür einen Gästevermittlungsvertrag über 10 Jahre ab. Dieser Vertrag sah die Selbstnutzung durch die Kläger für maximal 4 Wochen im Jahr vor. Die Möglichkeit der Selbstnutzung wurde 2000 ausgeschlossen und aus dem ursprünglichen Vertrag entfernt. Die tatsächlichen Vermietungstage lagen im Rahmen des Ortsüblichen. Das Finanzamt versagte den Verlustabzug mit der Begründung, dass innerhalb des 30-jährigen Prognosezeitraums nicht mit einem Überschuss der Mieteinnahmen über die Werbungskosten zu rechnen ist. Die hiergegen gerichtete Klage hatte im ersten Rechtsgang Erfolg.

Der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs folgend ist ein uneingeschränkter Verlustabzug auch ohne Überschussprognose möglich. Voraussetzung ist, dass eine Eigennutzung ausgeschlossen ist und die tatsächlichen Vermietungstage die ortsübliche Vermietungszeit nicht erheblich unterschreiten. Für diesen Fall sei typisierend von einer Absicht des Steuerpflichtigen auszugehen, einen Einnahmeüberschuss zu erzielen. Das gilt auch dann, wenn eine ursprünglich vereinbarte Eigennutzung nachträglich aufgehoben wird.

Der Senat hat wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Verfahrens gegen sein Urteil die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.    

Fundstelle
FG Köln, Urteil vom 17.12.2015 10 K 2322/13, Revision zugelassen

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