Verlust von eigenkapitalersetzenden Darlehen als nachträgliche Anschaffungskosten einer Beteiligung?

Einkommensteuer

Für die Ermittlung nachträglicher Anschaffungskosten einer Beteiligung ist weiterhin auf die Grundsätze der BFH-Rechtsprechung abzustellen. Zu diesem Ergebnis kommt das FG Berlin-Brandenburg.

Die Grundsätze der BFH-Rechtsprechung bei der Ermittlung nachträglicher Anschaffungskosten einer Beteiligung finden weiterhin Anwendung.

Im Streitfall waren die Kläger Gesellschafter einer GmbH, für die sie im Jahr 2001 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt haben. Die Kläger machten im Jahr 2008 den Verlust aus der Auflösung der GmbH sowie eigenkapitalersetzende Darlehen als nachträgliche Anschaffungskosten ihrer Beteiligung geltend.

Das Finanzamt versagt die Geltendmachung der Darlehensverluste als nachträgliche Anschaffungskosten. Die Kläger berufen sich in der folgenden Klagebegründung auf das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts (kurz: MoMiG). Nach dem MoMiG sei jeder Darlehensausfall als nachträgliche Anschaffungskosten zu berücksichtigen.

Dem folgt das FG Berlin-Brandenburg nicht, mit der Begründung, dass im Streitfall die Bestimmungen des MoMiG nicht anwendbar sind, da der Antrag des Insolvenzverfahrens bereits vor Inkrafttreten des MoMiG gestellt worden ist. Der Stichtag für das Inkrafttreten des MoMiG ist der 01.11.2008. Insofern gilt weiterhin die BFH-Rechtsprechung zu § 32a GmbHG.

Das FG führt weiter aus, dass selbst bei einer Beantragung eines Insolvenzverfahrens nach dem 01.11.2008 die bisherige BFH-Rechtsprechung im vorliegenden Fall anzuwenden ist. Hier erfolgte die Darlehensgewährung zu einem Zeitpunkt, in dem sich die GmbH noch nicht in der wirtschaftlichen Krise befand. In der Krise wurde dann das Darlehen stehen gelassen, sodass das Darlehen bereits zu diesem Zeitpunkt nicht mehr werthaltig war.    

Fundstelle
FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 28.05.2015 4 K 7114/12

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