Vereinnahmung von Ausgangsrechnungen als vGA?

Einkommensteuer

Wenn Kundenzahlungen nicht auf das Geschäftskonto fließen.

Eine verdeckte Gewinnausschüttung liegt vor

  • wenn eine Kapitalgesellschaft ihrem Gesellschafter außerhalb der gesellschaftsrechtlichen Gewinnverteilung einen Vermögensvorteil zuwendet, 
  • es dadurch bei ihr zu einer Vermögensminderung oder verhinderten Vermögensmehrung kommt,
  • die durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist,
  • sich auf die Höhe des Unterschiedsbetrags gem. § 4 Abs. 1 EStG i.V.m. § 8 Abs. 1 KStG auswirkt und
  • keine offene Gewinnausschüttung darstellt.

Im vorliegenden Fall hat ein Kunde der GmbH die ihm in Rechnung gestellten Beträge nicht auf das betriebliche Bankkonto der GmbH, sondern auf das private Bankkonto des Gesellschafter-Geschäftsführers überwiesen. Der Geldeingang wurde in der Buchhaltung der GmbH als Bareinzahlung in der Kasse erfasst.

Der BFH beurteilte diesen Sachverhalt als verdeckte Gewinnausschüttung mit der Begründung, dass der Gesellschafter-Geschäftsführer die Verfügungsgewalt über die Geldbeträge und damit einen Vermögensvorteil zu Lasten der GmbH erlangte.

Eine Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis ist dadurch gegeben, dass ein ordentlicher oder gewissenhafter Geschäftsführer diesen Vorteil einem Nichtgesellschafter nicht gewährt hätte. Ferner fehle es an einer klaren und von vornherein getroffenen schriftlichen Vereinbarung mit dem begünstigten beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer.

Die privat vereinnahmten Kundenzahlungen wurden in der Folge bei dem Gesellschafter-Geschäftsführer als Einnahmen bei den Einkünften aus Kapitalvermögen erfasst.

Fundstelle
BFH-Urteil vom 21.10.2014 VIII R 11/12

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