Verdeckte Gewinnausschüttung bei Beraterverträgen

Haas - Steuernachrichten

Um verdeckte Gewinnausschüttungen bei Beraterverträgen zu vermeiden, muss die vertragliche Ausgestaltung in allen Punkten einem Fremdvergleich standhalten.

Für viele Gesellschafter (-Geschäftsführer) sind Beratungsverträge mit der eigenen GmbH eine reizvolle Option. Es eröffnen sich oftmals weitreichende finanzielle Vorteile.

Wichtig ist hier allerdings, dass alle Beraterverträge einem Fremdver-gleich standhalten und somit steuerlich anerkannt werden. Der Bundesfinanzhof hat dazu Stellung genommen.

Im Urteilsfall hatte eine GmbH zwei Gesellschafterinnen, die je zur Hälfte beteiligt waren. Die eine Gesellschafterin war gleichzeitig Geschäftsführerin. Die GmbH zahlte den Gesellschafterinnen Beratungshonorare und erstattete Kilometergeld. Das vereinbarte Beratungshonorar war durchaus angemessen. Allerdings war die Aufgabenbeschreibung sehr „schwammig“. Es waren keine Zielvereinbarungen und auch keine Terminvereinbarungen getroffen worden. Der BFH entschied in diesem Fall, dass die Vereinbarung somit einem Fremdvergleich nicht standhält. Mit einem fremden Dritten wären diese Details in jedem Fall vereinbart worden, um insbesondere den Zeitraum der Zahlung der Beraterhonorare sowie eine zielführende Arbeitsweise abzustecken.

Eine Gesellschafterin konnte außerdem einen betrieblichen Pkw auch privat nutzen. Von den anfallenden Kosten wurden ihr 30 % in Rechnung gestellt. Die Abrechnung sollte monatlich durch Rechnungserstellung mit Stundennachweis erfolgen. Auch die unentgeltliche Überlassung des Pkw´s stufte der BFH als verdeckte Gewinnausschüttung ein, denn ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsleiter würde einem externen Berater keinen betrieblichen Pkw zur Nutzung überlassen, wenn diesem vertraglich ohnehin die Möglichkeit eingeräumt worden ist, Reisekosten gesondert geltend zu machen und abzurechnen.

Achten Sie also in der Praxis ganz genau auf die Ausgestaltung der Beraterverträge. Fragen Sie sich hier immer wieder, ob Sie einem fremden Dritten die gleichen Konditionen auch in Bezug auf Aufgabenbereich und Arbeitsgestaltung angeboten hätten?!

Fundstelle

BFH-Beschluss, 12.09.2018, I R 77/16

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