Veräußerungskosten sind keine vorab entstandenen Werbungskosten

Haas - Steuernachrichten

Die beim Privathausverkauf entstandenen Veräußerungskosten gelten als Kosten der privaten Lebensführung und sind somit nicht bei späteren Einnahmen aus Vermietung als vorab entstandene Werbungskosten abziehbar.

Ausgaben im Zusammenhang mit dem Verkauf einer nicht zur Einkünfteerzielung genutzten Immobilie stellen Veräußerungskosten i. S. v. § 23 EStG bzw. im Übrigen Kosten der privaten Lebensführung dar.

Veräußert ein Steuerpflichtiger eine bisher privat genutzte Immobilie, um sich die nötigen Geldmittel zur Anschaffung eines Vermietungsobjekts zu verschaffen, stellen die Veräußerungskosten (z. B. Notarkosten für den Verkauf der privat genutzten Immobilie) grundsätzlich keine vorab entstandenen Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung dar. Das gilt jedenfalls dann, wenn sich der Steuerpflichtige ohne rechtlichen oder wirtschaftlichen Zwang zur Veräußerung entschieden hat und über den Veräußerungserlös frei verfügen kann.

Fundstelle

BFH-Urteil, 29.10.2019, IX R 22/18

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