Unwirksamkeit des Testaments bei Unlesbarkeit

Bewertungsgesetz und Erbschaftsteuer

Wer sein Testament schreiben möchte sollte unbedingt darauf achten, es leserlich zu gestalten. Dabei ist insbesondere wichtig, dass nicht nur die Kernaussagen, sondern der gesamte Inhalt erkennbar ist. Andernfalls gilt die gesetzliche Erbfolge.

Grundsätzlich kann ein Testament durch eigenhändige und unterschriebene Erklärung errichtet werden. Dafür muss der Wille des Verfassers jedoch deutlich hervorgehen. Dazu bedarf es ausnahmslos der Lesbarkeit. Ist diese nicht vollumfänglich bewiesen, so gilt das Testament als unwirksam und die gesetzliche Erbfolge wird angewandt.

So erhielt eine Pflegekraft nicht den ihr nach dem Testament möglicherweise zugedachten Erbteil, sondern die Tochter wurde nach gesetzlicher Erbfolge Alleinerbin. Zwar wurde aus dem Testament der Erblasserin deutlich, dass sie etwas erben solle, nicht jedoch was genau. So erhielt sie nun gar nichts.

Darüber hinaus wäre ihr als Pflegekraft der verstorbenen Heimbewohnerin das Erbe aber wohl schon gem. § 14 Abs. 5 Heimgesetz verwehrt geblieben.

Fundstelle
OLG Schleswig, Beschluss vom 16.07.2015 3 Wx 19/15

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