Unterhaltszahlungen als außergewöhnliche Belastung

Einkommensteuer

Voraussetzungen für den Abzug von im Ausland lebenden gesetzlich Unterhaltsberechtigten.

Aufwendungen für den Unterhalt einer dem Steuerpflichtigen oder seinem Ehegatten gegenüber gesetzlich unterhaltsberechtigten Person können auf Antrag bis zu einem Betrag von derzeit 8.354 EUR im Kalenderjahr einkommensmindernd berücksichtigt werden. Voraussetzung ist, dass die unterhaltene Person kein oder nur geringes Vermögen besitzt und es sich um kein steuerlich zu berücksichtigendes Kind handelt. Eigene Einkünfte und Bezüge des Unterhaltsberechtigten mindern den Abzug der Aufwendungen.

Ist die unterhaltene Person nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig, können die Aufwendungen nur abgezogen werden, soweit sie nach den Verhältnissen des Wohnsitzstaates der unterhaltenen Person notwendig und angemessen sind. Höchstens jedoch der Betrag, der sich nach inländischen Maßstäben ergibt.

Sowohl die Bedürftigkeit als auch die tatsächlichen Zahlungen sind vom Steuerpflichtigen nachzuweisen.

Ausländische Bescheinigungen über die Bedürftigkeit der unterhaltenen Personen müssen vollständige Angaben zu den tatsächlichen Verhältnissen betreffend Vermögen und Einkommenssituation vor dem Beginn der Unterhaltszahlungen enthalten. Lückenhafte Bescheinigungen führen zur Versagung der Abzugsberechtigungen.

Fundstelle
BFH-Urteil vom 07.05.2015 VI R 32/14, veröffentlicht am 08.07.2015

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