Umwandlung nach § 20 UmwStG und "negatives Betriebsvermögen"

Umwandlungssteuerrecht

Kann eine Umwandlung trotz negativem BV im Rückwirkungszeitraum zu Buchwerten erfolgen?

Die Finanzverwaltung verlangt für eine steuerneutrale Umwandlung nach § 20 UmwStG ein positives Betriebsvermögen. Es darf auch nicht durch Entnahmen im Rückwirkungszeitraum negativ geworden sein:

Rz. 20.19 UmwSt-Erlass

"[…] Ein Zwang zum Ansatz von Zwischenwerten kann sich nach § 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 oder Satz 4 UmwStG ergeben. Das eingebrachte Betriebsvermögen darf auch durch Entnahmen während des Rückbeziehungszeitraums nicht negativ werden; deshalb ist eine Wertaufstockung nach § 20 Abs. 5 i. V. m. Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 UmwStG ggf. auch vorzunehmen, soweit das eingebrachte Betriebsvermögen ohne Aufstockung während des Rückwirkungszeitraums negativ würde."

Dies sieht der BFH nunmehr anders. Er lässt auch negative Anschaffungskosten zu, soweit sie als Folge von Entnahmen im Rückwirkungszeitraum bei einer Einbringung nach § 20 UmwStG entstanden sind.

Vorsicht:

Das Urteil ist bisher von der Finanzverwaltung veröffentlicht worden. Es sollte nur der Abwehrberatung und nicht der Gestaltungsberatung dienen.

Fundstelle

BFH-Urteil, 07.03.2018, I R 12/16, Hellmann/Krinninger, DStR 2018 S. 2565

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