Umsatzsteuerrisiko bei Vereinen!

Umsatzsteuer

Vereine - die ihren Mitgliedern dauerhaft Sportanlagen und damit verbundene Vorteile zur Verfügung stellen - erbringen umsatzsteuerbare Leistungen.

Nach der Entscheidung des BFH vom 20.03.2014 unterliegen insoweit auch „echte Mitgliedsbeiträge“ der Umsatzsteuer. Sind diese Mitgliedsbeiträge nicht kostendeckend kalkuliert, können daneben auch erhaltene Spenden und Zuschüsse als sog. Drittentgelt i.S.d. § 10 Abs. 1 Satz 3 UStG steuerbar sein. 

In dem vom BFH entschiedenen Fall hatte ein Reitsportverein geklagt und zum Zweck der Vorsteueraufteilung eine Berücksichtigung der Mitgliedsbeiträge als Entgelt für steuerbare und steuerpflichtige Leistungen beantragt. Im Ergebnis hätte sich daraus ein höherer Vorsteuerabzug und eine insgesamt größere Umsatzsteuererstattung ergeben. 

Eine endgültige Entscheidung über den vorzunehmenden Vorsteuerabzug hat der BFH nicht getroffen und den Fall zur weiteren Sachverhaltsermittlung und zur Beurteilung ob ggf. die Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 22 UStG anzuwenden ist, an das FG Berlin zurückverwiesen. 

Die vom BFH grundsätzlich festgestellte Steuerbarkeit von Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Zuschüssen birgt für viele Vereine - anders als für den Kläger - ein erhebliches umsatzsteuerliches Risiko. Das Urteil könnte den Finanzämtern als Vorlage dienen - in vergleichbaren Fällen - zumindest auf Spenden und Zuschüsse Umsatzsteuer nachzufordern. Bei Mitgliedsbeiträgen können sich betroffene Vereine hingegen auf die bisherige Verwaltungsauffassung in Abschn. 1.4 UStAE berufen, nach der es sich bei Mitgliedsbeiträgen nicht um steuerbare Umsätze handelt. 

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Fundstelle
BFH-Urteil vom 20.03.2014 V R 4/13, FG Berlin-Brandenburg vom 10.05.2012 5 K 5347/09

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