Umsatzsteuerliche Behandlung des Sponsoring aus Sicht des Sponsors

Je nach Vereinbarung zwischen dem Verein und dem Sponsor kann bei Sponsoring entweder eine Spende oder ein Leistungsaustausch vorliegen. Die Grundsätze aus Abschn. 1.1 Abs. 23 Sätze 3 und 4 UStAE sind in allen ab dem 01.01.2013 verwirklichten Sachverhalten anzuwenden.

Sachverhalt
Unter Sponsoring wird üblicherweise die Gewährung von Geld oder geldwerten Vorteilen durch Unternehmen zur Förderung von Personen, Gruppen und/oder Organisationen in sportlichen, kulturellen, kirchlichen, wissenschaftlichen, sozialen, ökologischen oder ähnlich bedeutsamen gesellschaftspolitischen Bereichen verstanden, mit der regelmäßig auch eigene unternehmensbezogene Ziele der Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit verfolgt werden.

Leistungen eines Sponsors beruhen häufig auf einer vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Sponsor und dem Empfänger der Leistungen (Sponsoring-Vertrag), in dem Art und Umfang der Leistungen des Sponsors und des Empfängers geregelt sind.

Ertragsteuerliche Behandlung
Die ertragsteuerrechtliche Behandlung des Sponsoring regelt das BMF-Schreiben vom 18.02.1998 IV B 2 - S 2144-40/98/IV B 7 - S 0183-62/98, BStBl 1998 I S. 212.

Mit dem Sponsoring werden regelmäßig auch eigene unternehmensbezogene Ziele der Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit verfolgt.

Qualität der Aufwendungen
Die im Zusammenhang mit dem Sponsoring gemachten Aufwendungen können entweder

  • Betriebsausgaben, § 4 Abs. 4 EStG,
  • Spenden, § 10b EStG oder
  • Kosten der Lebensführung, § 12 EStG, sein.

Umsatzsteuerliche Behandlung
Zahlungen im Rahmen des Sponsoring sind Entgelt für steuerpflichtige Leistungen an den Sponsor,
§ 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG, wenn nach dem jeweiligen Sponsoring-Vertrag konkrete Leistungen (z.B. Banden- oder Trikotwerbung, Anzeigen, Vorhalten von Werbedrucken, Lautsprecherdurchsagen, Überlassung von Eintrittskarten, usw.) vereinbart sind.

Diese Leistungen unterliegen auch bei steuerbegünstigten Einrichtungen dem allgemeinen Steuersatz, da es sich um Umsätze im Rahmen eines steuerschädlichen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs handelt, § 12 Abs. 1 und 2 Nr. 8 Buchstabe a Satz 1 UStG.

Kein Leistungsaustausch liegt vor, wenn der Empfänger von Zuwendungen aus einem Sponsoring-Vertrag auf Plakaten, in Veranstaltungshinweisen, in Ausstellungskatalogen, auf seiner Internetseite oder in anderer Weise auf die Unterstützung durch den Sponsor lediglich hinweist. Dieser Hinweis kann unter Verwendung des Namens, Emblems oder Logos des Sponsors, jedoch ohne besondere Hervorhebung oder Verlinkung zu dessen Internetseiten, erfolgen, Abschn. 1.1 Abs. 23 UStAE.

Abschn. 1.1 Abs. 23 Sätze 1 und 2 UStAE
1Weist der Empfänger von Zuwendungen aus einem Sponsoringvertrag auf Plakaten, in Veranstaltungs-hinweisen, in Ausstellungskatalogen, auf seiner Internetseite oder in anderer Weise auf die Unterstützung durch den Sponsor lediglich hin, erbringt er insoweit keine Leistung im Rahmen eines Leistungsaustausches. 2Dieser Hinweis kann unter Verwendung des Namens, Emblems oder Logos des Sponsors, jedoch ohne besondere Hervorhebung oder Verlinkung zu dessen Internetseiten, erfolgen.“

Beispiel: Der Steuerberater Gut (G) zahlt dem Hundeverein (H) für ein Turnier im Kalenderjahr 2014 einen Zuschuss von 10.000 EUR. Es wird vereinbart, dass in der Festschrift und im Festprogramm auf die finanzielle Unterstützung durch den Sponsor G hingewiesen wird.

Gegenüber dem Versicherungsmakler Clever (C), der ebenfalls 10.000 EUR zahlt, verpflichtet sich der Hundeverein, zusätzlich zum Firmenlogo auch einen allgemein bekannten Werbeslogan abzudrucken. Ferner wird C das Recht eingeräumt seine Sponsoringmaßnahme im Rahmen eigener Werbung zu vermarkten.

Lösung: H erbringt an G keine Leistung. Der Verein wird eine Spendenbescheinigung ausstellen, § 10b EStG.

Anders für C: Durch den zusätzlichen Abdruck des Werbeslogans wird von H an C eine Werbeleistung im Rahmen des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs ausgeführt, die dem allgemeinen Steuersatz unterliegt. Insbesondere schon deshalb, weil C das Recht zur Vermarktung seiner Sponsoringmaßnahme eingeräumt wurde. H hat an C mit einer Rechnung i.S.d. § 14 UStG unter Ausweis der Umsatzsteuer mit dem allgemeinen Steuersatz von 19 % abzurechnen.

Mit dem o.g. BMF-Schreiben wird Abschn. 1.1 Abs. 23 des UStAE um die Sätze 3 und 4 ergänzt:

Abschn. 1.1 Abs. 23 Sätze 3 und 4 UStAE
3Dies gilt auch, wenn der Sponsor auf seine Unterstützung in gleicher Art und Weise lediglich hinweist. 4Dagegen ist von einer Leistung des Zuwendungsempfängers an den Sponsor auszugehen, wenn dem Sponsor das ausdrückliche Recht eingeräumt wird, die Sponsoringmaßnahme im Rahmen eigener Werbung zu vermarkten.“

Die Grundsätze aus Abschn. 1.1 Abs. 23 Sätze 3 und 4 UStAE sind in allen ab dem 01.01.2013 verwirklichten Sachverhalten anzuwenden. 

Fundstelle
BMF-Schreiben vom 25.07.2014 IV D 2 - S 7100/08/10007, BStBl 2014 I S. 1114

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