Umsätze aus Verkauf von Bierdeckeln i.H.v. 66.000 EUR

Ein Sohn als Erbe verkaufte über die Jahre hinweg fortlaufend Bierdeckel aus der privaten Sammlung seines Vaters, womit er Umsätze zwischen 18.000 und 66.000 EUR pro Jahr erzielte.

Der Steuerprüfer setzte Umsatzsteuer für ihn fest und schätzte gem. § 4 Abs. 1 EStG seinen Gewinn auf 20 %. Dagegen klagte der nun Umsatzsteuerpflichtige, der sein Vorgehen nicht als Gewerbebetrieb, sondern als nicht steuerpflichtige private Vermögensveräußerung ansah. Allein die Höhe der Umsätze rechtfertige seiner Meinung nach nicht, ihn als Händler zu behandeln. Vor dem FG Köln hatte er jedoch keinen Erfolg.

Sein Gewerbebetrieb besteht, weil er intensiv und langjährig Sammlungsteile veräußerte und dabei auch für den Verkauf bestimmte Stücke ankaufte. Dass sie in die Sammlung zeitweilig integriert wurden, ändert daran nichts. Vielmehr ist dieser Vorgang als Einlegen in sein Betriebsvermögen zu sehen. Daher ist auch die Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG zulässig.

tl;dr: Regelmäßige private Verkäufe von eigenen Sammlungsteile können umsatzsteuerpflichtig und der Verkäufer Gewerbetreibender sein.

Fundstelle
FG Köln, Urteil vom 04.03.2015 14 K 188/13

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