Überprüfung der Freistellungsbescheinigungen für Bauabzugsteuer auf aktuelle Gültigkeit ab 01.01.2014

Einkommensteuer

Bauunternehmer müssen zum Jahreswechsel die Freistellungsbescheinigung zur Bauabzugssteuer unbedingt auf ihre Gültigkeit prüfen.

Wer Bauleistungen erbringt oder diese bezieht, kennt das Problem der Bauabzugsteuer. Sofern keine aktuelle Freistellungsbescheinigung vorliegt, drohen Ärgern mit Kunden und/oder dem Finanzamt.

Daher müssen Bauunternehmer zum Jahreswechsel die Freistellungsbescheinigung zur Bauabzugssteuer unbedingt auf ihre Gültigkeit prüfen.

Unternehmer, die Bauleistungen erbringen und ihren Kunden deshalb eine Freistellungsbescheinigung des Finanzamts zur Bauabzugsteuer ausgehändigt haben, sollten die Gültigkeit dieser Freistellungsbescheinigung überprüfen. Viele Freistellungen haben nämlich zum Jahreswechsel ihre Gültigkeit verloren. Diesen Check sollten auch Unternehmer durchführen, die Bauleistungen in Auftrag gegeben haben.

Die schnellstmögliche Überprüfung der an Kunden ausgehändigten Freistellungsbescheinigung zur Bauabzugsteuer empfiehlt sich, um zu verhindern, dass die Kunden bei Begleichung von Rechnungen im Januar die 15 % Bauabzugsteuer einbehalten und ans Finanzamt abführen.

Ist eine Freistellungsbescheinigung zum Jahreswechsel ungültig geworden, sollten Bauunternehmer folgendermaßen vorgehen: 

  • Beim Finanzamt ist umgehend eine neue Freistellungsbescheinigung zur Bauabzugsteuer zu beantragen und an die Unternehmenskunden auszuhändigen.
  • Stehen Zahlungen an, sollte ein Zahlungsaufschub gewährt werden, bis die neue Bescheinigung vorliegt. Das verhindert den Einbehalt der Bauabzugsteuer durch den Auftraggeber. 

Freistellungsbescheinigung aus der Sicht des Auftraggebers

Für Unternehmer, die Bauleistungen im Sinne von §§ 48 ff. EStG in Auftrag gegeben haben, ist es enorm wichtig, im Zeitpunkt der Begleichung der Rechnung eine gültige Freistellungsbescheinigung der Auftragnehmers in den Händen zu halten. Ist die Freistellungsbescheinigung ungültig und die Bauabzugsteuer wird nicht eingehalten, kann das Finanzamt den Auftraggeber für den nicht einbehaltenen Betrag in Haftung nehmen. 

Hat die vom Auftragnehmer ausgehändigte Freistellungsbescheinigung zum Jahreswechsel ihre Gültigkeit verloren, empfiehlt sich für den Auftraggeber folgende Vorgehensweise: 

  • Der Auftragnehmer ist schriftlich zur Vorlage einer neuen – gültigen – Freistellungsbescheinigung zur Bauabzugsteuer aufzufordern.
  • Wird eine Zahlung fällig und die neue Freistellungsbescheinigung liegt nicht vor, muss zur Haftungsvermeidung die 15%ige Bauabzugsteuer einbehalten und ans Finanzamt abgeführt werden. Alternativ kann ein neues Zahlungsziel vereinbart werden, nämlich dann, wenn die neue Freistellungsbescheinigung vorliegt.
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