Trotz Nutzungszeitenbuch: Kein Abzug bei gemischt genutzten Räumen als häusliches Arbeitszimmer

Einkommensteuer

Ein häusliches Arbeitszimmer muss für die steuerliche Anerkennung als Werbungskosten oder Betriebsausgaben ausschließlich oder nahezu ausschließlich für betriebliche oder berufliche Zwecke genutzt werden. Selbst ein Nutzungszeitenbuch rechtfertigt keine Aufteilung der Kosten in einen betrieblichen bzw. beruflichen und privaten Teil.

Der Große Senat hatte zu entscheiden, ob Kosten für ein Zimmer, das zu 60 % zur Erzielung von Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung und zu 40 % zu privaten Wohnzwecken genutzt wird, steuerlich anteilig Werbungskosten darstellen.

Der BFH führte in der Urteilsbegründung aus, dass ein häusliches Arbeitszimmer nur vorliegen kann, wenn dieses ausschließlich oder nahezu ausschließlich für betriebliche oder berufliche Zwecke genutzt wird.

Selbst ein Nutzungszeitenbuch ist keine geeignete Grundlage für eine Aufteilung, da kein über eine bloße Behauptung des Klägers hinausgehender Beweiswert vorliege.

Somit gilt weiterhin: Entweder es liegt in vollem Umfang ein steuerlich anzuerkennendes häusliches Arbeitszimmer vor oder es handelt sich im Ganzen um private Kosten der Lebensführung.

Im ersten Fall ist weiterhin zu prüfen, ob das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Betätigung darstellt. Kann dies bejaht werden, können die Kosten unbeschränkt abgezogen werden. Ist dies nicht der Fall, so sind die abziehbaren Aufwendungen auf 1.250 EUR begrenzt, § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 1 EStG.

Fundstelle
BFH-Beschluss vom 27.07.2015 GrS 1/14, veröffentlicht am 28.01.2016

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