Teilnahme an Betriebsveranstaltung als steuerpflichtiger Lohn

Einkommensteuer

Zuwendungen eines Arbeitgebers anlässlich einer Betriebsveranstaltung sind erst bei Überschreiten einer Freigrenze - von (derzeit noch ) 110 Euro/Person - als steuerpflichtiger Arbeitslohn zu qualifizieren.

Der Wert der den Arbeitnehmern zugewandten Leistungen kann anhand der Kosten geschätzt werden, die der Arbeitgeber dafür seinerseits aufgewendet hat. Diese Kosten sind grundsätzlich zu gleichen Teilen sämtlichen Teilnehmern zuzurechnen.

Weitere Voraussetzung für die Annahme von Arbeitslohn ist in diesen Fällen, dass die Teilnehmer durch die Leistungen objektiv bereichert sind. Dies hat der BFH nun durch Urteil vom 16. Mai 2013 (VI R 94/10) entschieden  - und seine bisher gegenteilige Rechtsprechung geändert.

Zu einer objektiven Bereicherung führen dabei nur solche Leistungen, die von den teilnehmenden Arbeitnehmern unmittelbar konsumiert werden können, also vor allem

  • Speisen,
  • Getränke und
  • Musikdarbietungen.

Aufwendungen des Arbeitgebers, die die Ausgestaltung der Betriebsveranstaltung betreffen (z.B. Mieten und Kosten für die Beauftragung eines Eventveranstalters) bereichern die Teilnehmer hingegen nicht und bleiben deshalb bei der Ermittlung der maßgeblichen Kosten unberücksichtigt.

Im Streitfall (VI R 94/10) hatte der Arbeitgeber anlässlich eines Firmenjubiläums seine Arbeitnehmer zu einer Veranstaltung in ein Fußballstadion eingeladen. Die Kosten hierfür betrafen vor allem Künstler, Eventveranstalter, Stadionmiete und Catering. Die Kosten für den äußeren Rahmen der Veranstaltung dürfen bei der Berechnung der 110 EUR-Grenze jedoch nicht berücksichtigt werden - so der BFH. Bei außer Acht lassen dieser Aufwendungen wurde die Grenze nicht überschritten.

Außerdem hat der der BFH entschieden, dass die Kosten der Veranstaltung nicht nur auf die Arbeitnehmer - sondern auf alle Teilnehmer (z.B. auch Familienangehörige) zu verteilen sind. Der danach auf Begleitpersonen entfallende Anteil der Kosten wird -  entgegen der früheren Auffassung - den Arbeitnehmern bei der Berechnung der Freigrenze auch nicht als eigener Vorteil zugerechnet.

Fundstelle:
BFH- Urteil vom 16.05.13   VI R 94/10 und BFH - Urteil vom 16.05.13 VI R 7/11
veröffentlicht am 09.10.2013

zur Übersicht