Sturz auf Toilette - Arbeitsunfall während Dienstreise

Um einen Arbeitsunfall annehmen zu können, muss die Tätigkeit, bei der der Unfall geschieht, in einem inneren Zusammenhang zur versicherten Tätigkeit stehen. Es müssen besondere Gefahrenlagen vorliegen, die über die des privaten Alltags hinausgehen.

Ein Arbeitnehmer stürzte in der Nacht während einer Dienstreise auf dem Weg zur Toilette in seinem Hotelzimmer. Er verfing sich in seinem Bettüberwurf. Dieser Unfall sollte aufgrund seiner Umstände als Arbeitsunfall eingeordnet werden. Auf verschiedenen Dienstreisen ist der Verunglückte in wechselnden Hotels untergebracht. Alle Hotelzimmer sind anders geschnitten und eingerichtet. Er muss sich laufend an neue Begebenheiten anpassen, sodass der nächtliche Gang durchs Hotelzimmer eine typische Gefahr seiner beruflichen Tätigkeit darstelle, mit ihr also in innerem Zusammenhang stünde.

Das sah das Gericht anders. Der nächtliche Toilettengang gehört zum eigenwirtschaftlichen Lebensbereich und entspricht einer alltäglichen Gefährdungslage. Die Besonderheiten in ständig wechselnden Hotels ändern daran nichts. Einer Hoteleinrichtung haften keine untypischen besonderen Gefahren an. Der Unfall stand gerade in keinem inneren Zusammenhang der versicherten Tätigkeit.

Fundstelle

Sozialgericht Düsseldorf, Urteil vom 05.11.2015 S 31 U 427/14

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