Steuertermin im Januar 2016: Vorsicht bei der 4/3 Rechnung

Einkommensteuer

Der 10.01.2016 fällt auf einen Sonntag. Demzufolge ist die Umsatz-, die Lohn- und die Kirchenlohnsteuer erst spätestens am 11.01.2016 zu zahlen. Das hat zur Folge, dass der Betriebsausgabenabzug erst in 2016 erfolgen kann.

Regelmäßig wiederkehrende Zahlungen, die innerhalb von zehn Tagen vor oder nach dem Jahreswechsel geleistet werden, werden steuerlich nicht im Jahr der Zahlung berücksichtigt sondern in dem Jahr, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Beim Jahreswechsel 2015/2016 wird das zum Problem.

Für den Steuertermin im Januar 2016 ist für 4/3 Rechnungen Vorsicht geboten denn: die Fälligkeit verschiebt sich auf den 11.01.2016 und liegt damit außerhalb der 10-Tages-Frist für wiederkehrende Ausgaben. Die Umsatz-, die Lohn- und die Kirchenlohnsteuer sind also erst am 11.01.2016 zu zahlen.

Die Finanzverwaltung verlangt innerhalb des 10-Tageszeitraums sowohl eine Zahlung als auch eine Fälligkeit bis zum 10.01. Da dies für den Januar 2016 nicht gegeben ist, erfolgt der Betriebsausgabenabzug nicht mehr im Jahr 2015, sondern erst in 2016. Das kann zu einer Verschiebung der Steuerminderung durch den späteren Betriebsausgabenabzug führen.

Praxistipp für die Umsatzsteuervorauszahlung: Sowohl die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung als auch die Zahlung sollten in 2015 erfolgen. Demzufolge greift dann nicht die Ausnahme des 10-Tageszeitraums nach § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG, sondern der Regelfall des Zu- und Abflussprinzips.

Lastschriftzahler müssen die Einzugsermächtigung für diesen Zeitraum widerrufen (in Zeile 74 der Voranmeldung eine "1" eintragen) und bis zum 10.01. eine korrigierte Umsatzsteuervoranmeldung einreichen. Der dabei entstandene Differenzbetrag ist in 2016 als Betriebsausgabe abzugsfähig. 

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