Steuerliche Zulässigkeit von Gewinnverteilungsabreden

Einkommensteuer

Ist eine rückwirkende Gewinnverteilungsabrede einer Personengesellschaft wirksam?

Die Gewinnverteilung einer Personengesellschaft erfolgt auf Grundlage des handelsrechtlichen Jahresüberschusses nach den im Gesellschaftsvertrag geregelten Bestimmungen sowie den Regelungen des HGB.

Maßgebend ist der Gesellschaftsvertrag in der Fassung vor Beginn des Wirtschaftsjahres. Änderungen am Gewinnverteilungsschlüssel sind damit erst für das auf die Änderung folgende Wirtschaftsjahr zu berücksichtigen.

Das FG München hat mit Hinweis auf frühere BFH-Urteile jüngst bestätigt, dass eine rückwirkende Änderung des Gewinnverteilungsschlüssels auf den 01.01. des aktuellen Wirtschaftsjahres oder einen noch davor liegenden früheren Zeitpunkt steuerlich unwirksam ist.

Es empfiehlt sich, Änderungen des Gesellschaftsvertrags dem Finanzamt umgehend zur Kenntnis zu geben. Damit werden im Rahmen von Betriebsprüfungen Diskussionen über den tatsächlichen Zeitpunkt einer wirksam geschlossenen Gewinnverteilungsabrede vermieden.

Fundstelle
FG München, Urteil vom 17.11.2014 10 V 2745/14

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