Steuerliche Behandlung von Arbeitgeberdarlehen

Lohn und Personal

Der Arbeitgeber als Bank - Höhe der Lohnsteuer bei Mitarbeiterbindung durch Zinsvorteil.

Ein aktuelles BMF-Schreiben definiert den Begriff des Arbeitgeberdarlehens und grenzt diesen von anderen Sachverhalten ab. Somit liegen keine Arbeitgeberdarlehen vor bei Reisekostenvorschüssen, Auslagenersatz oder Vorauszahlungen auf den Lohn, wenn es sich um eine abweichende Vereinbarung über die Lohnzahlungsbedingung handelt.

Demgegenüber stellen Gehaltsvorschüsse des Bundes oder der Länder Arbeitgeberdarlehen dar, sofern diese nach den dortigen Vorschussrichtlinien geleistet werden.

Zinsvorteile aus Arbeitgeberdarlehen sind als Sachbezüge grundsätzlich zu versteuern, sofern der Restdarlehensbetrag mehr als 2.600 EUR am Ende eines Lohnzahlungszeitraums beträgt.

Liegt der Zinsvorteil unter der 44 EUR-Freigrenze für Sachbezüge, kann unter den weiteren Voraussetzungen des § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG eine Versteuerung unterbleiben.

Handelt es sich um einen steuerpflichtigen Zinsvorteil, so ist eine pauschale Besteuerung mit 30 % nach § 37b EStG möglich.

Für die Berechnung des maßgeblichen Zinssatzes können aus Vereinfachungsgründen die Effektivzinssätze der Deutschen Bundesbank als Grundlage herangezogen werden. Hiervon ist ein pauschaler Abschlag von 4 % vorzunehmen. Der Zinsvorteil ergibt sich folglich aus der Differenz des ermittelten Effektivzinssatzes und des tatsächlich vereinbarten Zinssatzes.

Ein Zinsvorteil liegt nicht vor, wenn der Arbeitgeber ein Darlehen zu einem marktüblichen Zinssatz unter entsprechender Sicherheitenbestellung gewährt.

Bei Kreditinstituten kann die Bewertung nach § 8 Abs. 3 EStG vorgenommen werden.

Das BMF-Schreiben nimmt ferner Stellung zu Wahlrechten, zum Zeitpunkt des Zuflusses von Arbeitslohn und Sonderfällen wie Sicherheitenbestellung, Versteuerung bei Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis oder bei fehlender Zahlung von Arbeitslohn.

Hinweis
Nach § 42e EStG besteht die Möglichkeit, eine Lohnsteueranrufungsauskunft einzuholen, um steuerliche Sachverhalte im Vorfeld mit dem Finanzamt rechtssicher abzustimmen. Im Gegensatz zu verbindlichen Auskünften werden hier keine Gebühren seitens der Finanzverwaltung erhoben.

Insgesamt kann die Gewährung von zinsverbilligten oder zinslosen Mitarbeiterdarlehen eine interessante Möglichkeit darstellen, Arbeitnehmer an das Unternehmen zu binden. 

Fundstelle
BMF-Schreiben vom 19.05.2015 IV C 5 - S 2334/07/0009

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