Steuerfreiheit auch für E-Scooter?

Haas - Steuernachrichten

E-Scooter versprechen Fahrspaß und die Lösung für Abgas- und Stauprobleme. Aber sind sie auch steuerlich attraktiv?

Seit dem 15.06.2019 dürfen sie nun offiziell in der Stadt fahren und sind seitdem auch nicht mehr zu übersehen. Gefühlt an jeder Ecke steht ein so genannter E-Scooter zur Abfahrt bereit. Gebucht und bezahlt wird, wie mittlerweile schon üblich, über eine App. Nach § 3 Nr. 37 EStG ist der zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn vom Arbeitgeber gewährte Vorteil für die Überlassung eines betrieblichen Fahrrads, das kein Kraftfahrzeug i. S. d. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG ist, steuerfrei. Als Kraftfahrzeug gilt beispielsweise ein Elektrofahrrad, dessen Motor auch Geschwindigkeiten über 25 km/h unterstützt oder Fahrzeuge, für die ein Versicherungskennzeichen erforderlich ist. Laut Internetinformationen fährt der E-Scooter eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h und die Überlassung sollte somit steuerfrei bleiben. Aber: Das wäre ja mal wieder viel zu einfach!

Durch Beschluss der Elektro-Kleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) ist der Weg frei für kleine Gefährte wie den E-Scooter. Die Geschichte hat allerdings auch einen gewaltigen Haken: Aufgrund der Verordnung gelten die E-Scooter als Kraftfahrzeug und benötigen daher ein Versicherungskennzeichen. Da sie als Kraftfahrzeug gelten, muss wie beim Auto der private Nutzungsanteil mit der 1 %-Regelung oder der Fahrtenbuchmethode versteuert werden. Einen kleinen Bonus gibt es immerhin: Die 1 %-Regelung wird nämlich nur von dem hälftigen Bruttolistenpreis berechnet. Bei einer darüber hinausgehenden Überlassung z. B. für Fahrten Wohnung/erste Tätigkeitsstätte käme bei Anwendung der Pauschalwertmethode 0,03 % - mit dem halben Bruttolistenpreises als Bemessungsgrundlage - hinzu. Wenn es sich nicht um eine Gehaltsumwandlung handelt, hat der Arbeitgeber hier noch die Möglichkeit diesen Betrag für den Arbeitnehmer mit 15 % pauschal zu versteuern. Ob das alles wieder einmal zweckmäßig ist? Bei den meisten von uns wird es wohl zumindest wieder ein müdes Kopfschütteln verursachen.

Fundstelle
Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKF) vom 15.06.2019

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