Steuerfragen in der Fußballbranche - Der Fußballsommer des FG Rheinland-Pfalz

Gerade ist der "WM"-Sommer vorbei, aber das FG Rheinland-Pfalz hat keine Chance, dem Fußball zu entkommen.

Erst beschwert sich ein Schiedsrichter und dann bekommt es das Gericht auch noch am gleichen Tag mit einem Profispieler zu tun. Und warum das alles? Natürlich mal wieder nur wegen der lieben Steuer.

Über die Gewerbesteuerpflicht der Einkünfte aus der Tätigkeit als Fußballschiedsrichter wurde gestritten und ein Fußballprofi wollte seine  Aufwendungen für ein Premiere Abonnement, Sportbekleidung und einen Personal Trainer als Werbungskosten abziehen. Was lernen wir daraus?  

  • Habe ich mal einen Fußballschiedsrichter als Mandanten, ist seine Tätigkeit nach Auffassung des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz nicht gewerbesteuerpflichtig. Dies gilt sogar , wenn er international für die Einhaltung der Regeln auf dem Platz sorgt. Denn: ein "Markt", an dem er tätig werden kann, existiert für Fußballschiedsrichter nicht, sodass er sich nicht am wirtschaftlichen Verkehr beteiligt . Genau das fordert das Einkommensteuergesetz.Vielmehr werden Schiedsrichter für Spiele vom Verband nominiert und haben keine Möglichkeit, ihre Leistung auch einem anderen Abnehmer anzubieten. Dies gilt vor allem, weil Fußballverbände nicht im Wettbewerb miteinander konkurrieren. 

Außerdem kann der Fußballschiedsrichter nicht seine Aufwandsentschädigung individuell aushandeln oder durch Preisnachlässe oder Werbung den Erfolg seiner Tätigkeit beeinflussen. 

Die Tätigkeit eines international tätigen Tennisschiedsrichters zum Beispiel ist  gänzlich anders einzuordnen, da er von den am Markt konkurrierenden Tennisveranstaltern beauftragt wird.

Die Finanzverwaltung, die Gewerbesteuer von dem Schiedsrichter verlangt, hat gegen das Urteil Rechtsmittel eingelegt. Nun darf sich auch der Bundesfinanzhof mit der "Fußballfrage" beschäftigen.  

  • Habe ich mal einen Profifußballspieler als Mandanten, kann er seine Aufwendungen für ein   Premiere-Abonnement, Sportbekleidung und für einen Personal Trainer nicht als Werbungskosten abziehen.

Das Gericht konnte nicht davon überzeugt werden, dass diese Aufwendungen zumindest weitaus überwiegend beruflich veranlasst waren. An einem Premiere-Abonnement hätten auch Nicht-Fußballer Interesse und die Mehrheit der Steuerpflichtigen nutze es  privat, sodass eine private Motivation des Abonnements nicht auszuschließen sei.

Genauso werde auch die Sportbekleidung privat genutzt werden können, da sie aufgrund ihrer Eigenschaften nicht nur als Berufskleidung getragen werden kann. Bei Sportbekleidung handelt es sich durchaus um bürgerliche Kleidung. Auch wenn hervorgebracht wurde, dass der Kläger, wenn er sich sportlich betätige, dies nur zu Berufszwecken tue, ist doch seine Gesundheitsförderung durch den Sport privater Natur. Bei den Aufwendungen für den Personal Trainer verhält es sich entsprechend.

Für die Aufteilung der Kosten nach privater und beruflicher Veranlassung fehlt es an den objektiven Kriterien. 

Fundstelle 
FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 18.07.2014 1 K 1490/12, Urteil vom 18.07.2014 1 K 2552/11, Az des BFH X B 123/14.

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