Steuerermäßigung für zu eigenen Wohnzwecken genutzte Gebäude

Haas - Steuernachrichten

Die Absetzbarkeit von Kosten war bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden bisher sehr gering - doch jetzt gibt es etwas Neues!

Für Gebäude, die zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden, war es bisher nur möglich, die damit in Zusammenhang stehenden Aufwendungen als Handwerkerleistung (20 % der Arbeitskosten, max. 1.200 EUR) oder als haushaltsnahe Dienstleistung (20 % der Aufwendungen, max. 4.000 EUR) als Steuerermäßigung abzuziehen. Doch mit dem „Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht“, welches am 30.12.2019 im BGBl 52/2019 I S. 2886 verkündet wurde, ist zum 01.01.2020 der neue § 35c EStG in Kraft getreten. Die Neuregelung ist als Subventionsnorm ausgestaltet und soll Steuerpflichtige begünstigen, die energetische Sanierungsmaßnahmen an zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden vornehmen. Dafür sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen:

  1. Begünstigtes Objekt: Gebäude, das in der EU oder dem EWR liegt, zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird und älter als 10 Jahre ist. 
  2. Begünstigte Maßnahmen: § 35 Abs. 1 Satz 3 EStG enthält einen abschließenden Katalog von begünstigten energetischen Maßnahmen. 
  3. Durchführung durch ein Fachunternehmen und Ausstellung einer entsprechenden Bescheinigung nach § 35c Abs.1 Satz 7 EStG. Im BMF-Schreiben vom 31.03.2020, IV C 1 - S 2296-c/20/10003:001, BStBl 2020 I S. 484 hat das BMF zur Ausstel-lung dieser Bescheinigung Stellung genommen

Nach § 35c Abs. 1 Satz 1 EStG können auf Antrag des Steuerpflichtigen im Kalenderjahr des Abschlusses der energetischen Maßnahme und im nächsten Kalenderjahr jeweils 7 % der Aufwendungen des Steuerpflichtigen (für die energetische Maßnahme), höchstens jedoch jeweils 14.000 EUR und im übernächsten Kalenderjahr dann nochmals 6 % der Aufwendungen des Steuerpflichtigen, höchstens jedoch 12.000 EUR für das begünstigte Objekt geltend gemacht werden. Im Ergebnis können so insgesamt 20 % der Aufwendungen des Steuerpflichtigen mit einem Höchstbetrag von 40.000 EUR (Förderhöchstbetrag pro Objekt) geltend gemacht werden. Der Betrag ist direkt als Steuerermäßigung von der tariflichen Einkommensteuer abzuziehen. Der Steuerpflichtige kann die Steuerermäßigung nach § 35c Abs. 1 EStG nur dann in Anspruch nehmen, wenn er die Aufwendungen für die energetische Maßnahme über eine Rechnung nachweisen kann und die Zahlung unbar erbracht wurde. Weiterhin dürfen die Aufwendungen nicht schon als Handwerkerleistung oder haushaltsnahe Dienstleistung abgezogen worden sein. 

Fundstelle

Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht, 21.12.2019, BGBl 2019 I S. 2886

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