Steuerberatungskosten für berichtigte Einkommensteuererklärungen des Erblassers

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Steuerberatungskosten des Erben für die Erstellung berichtigter Einkommensteuererklärungen des Rechtsvorgängers sind als Nachlassverbindlichkeiten abzugsfähig.

Gem. § 153 AO sind auch die Erben zur Berichtigung von Einkommensteuererklärungen verpflichtet, wenn Ihnen auffällt, dass eine Erklärung unrichtig ist oder fehlende Angaben enthält. Im Urteilsfall hatte die Alleinerbin K nach dessen Tod Einkommensteuererklärungen für die Jahre 2002 - 2012 berichtigen lassen, da sie Einkünfte aus in der Schweiz befindlichen Konten nacherklärte. Die ihr dafür entstandenen Steuerberatungskosten wollte sie als Nachlassverbindlichkeiten in der Erbschaftsteuererklärung geltend machen. Das Finanzamt lehnte dies ab.

Das FG Baden-Württemberg hat jetzt entschieden, dass diese Steuerberatungskosten sehr wohl die Erbschaftsteuer mindern. Die Verpflichtung unvollständige Erklärungen zu berichtigen, ist auf K übergegangen. Kommt sie dieser Nacherklärungspflicht nach, erfüllt sie eine bereits bestehende Verpflichtung des Erblassers.
Für ein "Herrühren vom Erblasser" ist nicht maßgeblich, wer den Steuerberater beauftragt hat, sondern wer zur Abgabe vollständiger Steuererklärungen ursprünglich verpflichtet gewesen ist und das war der Verstorbene. Einem Abzug stehe nicht entgegen, dass die Erbin die Erklärungspflichten auch ohne Steuerberater hätte erfüllen können. Damit widerspricht das FG bisheriger Verwaltungsauffassung in gleichlautendem Ländererlass vom 11.12.2015, BStBl 2015 I S. 1028.

Hinweis:
Gegen das Urteil wurde Revision eingelegt. Anhängig beim BFH unter dem Aktenzeichen II R 30/19

Fundstelle

FG Baden-Württemberg, 15.05.2019, 7 K 2712/18, Revision eingelegt, Az. des BFH II R 30/19

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