Steuerbefreiung für Kunstgegenstände und -sammlungen

Bewertungsgesetz und Erbschaftsteuer

Erbschaftsteuer sparen bei privaten Kunstgegenständen (Kunstsammlungen)! Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wie das formelle Verfahren abläuft das entschied das FG Münster.

Sachverhalt
Ludwig Gönner (G) erhielt am 20.09.2005 eine Kunstsammlung mit 20 Kunstwerken des 20. Jahrhunderts von seinem Vater geschenkt, die dieser zwischen 1978 und 1986 angeschafft hatte. Ein Sachverständiger bescheinigte eine "bedeutende Privatsammlung" und öffentliches Interesse am Erhalt der Gemälde. G dokumentierte seine Bereitschaft der Unterschutzstellung i.S.d. Denkmalrechts.

Er begehrt die vollständige sachliche Steuerbefreiung als "Kunstsammlung" i.S.v. § 13 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe b ErbStG.

Ergebnis

  1. Für die Ermittlung der 20-Jahresfrist des § 13 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe b ErbStG ist auf die Sammlung selbst als Schenkungsgegenstand abzustellen.
  2. Notwendig für die Steuerfreistellung ist entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung nicht, dass die tatsächliche denkmalrechtliche Unterschutzstellung mittels förm­lichen Bescheides vorliegt. Ausreichend ist die Bereitschaft zur Unterschutzstellung.
  3. Erforderlich ist dagegen, dass die Bereitschaft in zeitlicher Nähe zum Schenkungsstichtag besteht.

Fundstelle
FG Münster, Urteil vom 24.09.2014 3 K 2906/12 Erb, DStR 2015 S. 694, Revision eingelegt, Az des BFH II R 56/14

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