So vermeiden Sie eine verdeckte Einlage bei Gehaltsverzicht

Einkommensteuer

Nach Ansicht des BFH ist der Zeitpunkt eines Gehaltsverzichts von entscheidender Bedeutung, ob dem auf Gehalt verzichtenden GmbH-Gesellschafter Arbeitslohn zufließt. Denn eine verdeckte Einlage nach § 8 Abs. 3 KStG führt zum Zufluss von Arbeitslohn beim angestellten Gesellschafter einer GmbH.

Verzichtet ein (nicht beherrschender) Gesellschafter auf die Auszahlung seines Arbeitslohns und erfolgt dies aus gesellschaftsrechtlichen Gründen, so liegt eine verdeckte Einlage vor mit der Folge, dass ihm in Höhe des werthaltigen Teils Arbeitslohn zufließt.

Wendet ein Gesellschafter seiner Gesellschaft aus gesellschaftsrechtlicher Veranlassung einen einlagefähigen Vermögensvorteil zu, handelt es sich um eine verdeckte Einlage i.S.d. § 8 Abs. 3 Satz 3 KStG. Hätte ein Nichtgesellschafter die Zuwendung ebenfalls bewirkt, liegt hingegen keine verdeckte Einlage vor. Voraussetzung für eine verdeckte Einlage ist ferner, dass ein Wirtschaftsgut zugewendet wird - in Form von Erhöhung eines Aktivpostens oder Wegfall eines Passivpostens in der Bilanz.

Aus diesem Grund ist es von entscheidender Bedeutung, wann der Gehaltsverzicht erfolgt. Verzichtet der Gesellschafter vor Entstehen des Gehaltsanspruchs auf seinen Arbeitslohn, so arbeitet er insoweit unentgeltlich. Es liegt keine verdeckte Einlage vor.

Verzichtet er jedoch nachdem sein Anspruch entstanden ist, muss die Gesellschaft diese Verpflichtung zunächst als Verbindlichkeit passivieren und im Anschluss gewinnerhöhend auflösen. In diesem Fall liegt eine verdeckte Einlage vor, die beim Gesellschafter zu Arbeitslohn führt.

Die verdeckte Einlage wird mit dem Teilwert im Zeitpunkt des Gehaltsverzichts bewertet.

Hinweis
Bei einem beabsichtigten Gehaltsverzicht ist zwingend im Vorfeld eine entsprechende Vereinbarung zu treffen. 

Fundstelle
BFH-Urteil vom 15.06.2016 VI R 6/13

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