So, so, wieder was gelernt: Gemeinnütziger Grillverein?

Haas - Steuernachrichten

Ein Grillverein erfüllt nicht die Voraussetzungen der Gemeinnützigkeit nach der Abgabenordnung. Der Grund: Es liegt beim Grillen vor allem keine körperliche Aktivität vor, die über das sonst übliche Maß hinausgeht. Beurteilt werden kann dies danach, dass äußerlich keine Anstrengung beobachtet werden kann, ebenso wenig wie dem persönlichen Können zurechenbare Kunstbewegungen. So, so - also wieder was gelernt.

Die Grillaktivität ist nicht schon deshalb ein Sport, weil an Wettbewerben teilgenommen wird. Solange keine über das normale Maß hinausgehende körperliche Aktivität zu beobachten ist, ist der Sportbegriff in diesem Sinne nicht ausgefüllt. Der Erfolg bei Grillwettbewerben hängt vielmehr von Überlegungen bzgl. der Grilltemperatur und ähnlichem ab als von körperlicher Ertüchtigung.

Laut Vereinssatzung des klagenden Vereines stehen ohnehin gesellige Zusammenkünfte im Vordergrund der Vereinsaktivität und nicht die Sportförderung. Solche Zusammenkünfte gelten als private Freizeitgestaltung zum Zwecke der Erholung und dienen damit nicht der Förderung der Allgemeinheit. Zudem sind die Grillgerichte, die bei den Treffen hergestellt werden, nicht der Ausfluss persönlicher schöpferischer Gestaltung. So fördert der Verein beim Fördern der Grill- und Kochkultur auch gerade nicht Kunst und Kultur im Sinne der Norm. Die Grillkultur zählt nicht zu den geistigen und künstlerischen Ausdrucksformen des Volkes und der Verein fördert so auch nicht das traditionelle Brauchtum. 
Nun denn, Ansichtssache könnte man sagen. Zur Einordnung solcher Sachverhalte durch die Gerichte haben wir dennoch wieder mal etwas gelernt.

Fundstelle
FG Baden-Württemberg, Urteil vom 07.06.2016 6 K 2803/15

zur Übersicht