Selbst getragene Benzinkosten auch bei 1 %-Regelung des § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG abziehbar

Einkommensteuer

Mit Pferden hätten wir die Sorgen nicht! Oder? Wie Sie die selbstgetragenen Pkw-Benzinkosten beim Firmenwagen als Werbungskosten absetzen, löst das Urteil des FG Düsseldorf.

Sachverhalt 
Der im Außendienst tätige Kläger K bekam in 2012 von seinem Arbeitgeber ein betriebliches Fahrzeug, dessen Benzinkosten er selbst zu tragen hatte. K war auch die private Nutzung des Fahrzeug gestattet. Der Arbeitgeber ermittelte für die Lohnsteuer den geldwerten Vorteil aus der Kfz-Überlassung nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG (also nach der sog. "1 %-Regelung"). Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb gab es keine. Im Rahmen der Einkommensteuererklärung machte K u.a. sämtliche von ihm getragenen Benzinkosten i.H.v. rd. 5.500 EUR als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit geltend.

Lösung
Die vom Kläger getragenen Benzinkosten sind, trotz Bewertung der privaten Nutzung nach der
1 %-Regelung, insgesamt als Werbungskosten abziehbar. Dies gilt für die auf berufliche Fahrten entfallenden Benzinkosten, weil sie zur Erzielung des in Barlohn bemessenen Teils aufgewendet wurden und nach allgemeinen Grundsätzen abziehbar sind.

Aber auch die für die Privatfahrten aufgewendeten Benzinkosten sind als Werbungskosten abziehbar, weil sie zum Erwerb von Sachlohn in Gestalt der privaten Kfz-Nutzung aufgewendet wurden.

Der Abzug dieser Werbungskosten ist nicht deshalb zu versagen, weil der Wert der Privat-nutzung nach der 1 %-Regelung ermittelt worden ist. 

Fundstelle
FG Düsseldorf, Urteil vom 04.12.2014 12 K 1073/14 E, NWB Dok. ID GAAAE-83463, Revision zugelassen 

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