Schwitzen Lohnsteuerpflichtig?

Saunaleistungen unterliegen seit dem 01.07.2015 nicht mehr dem ermäßigten Umsatzsteuersteuersatz, da sie nicht als eine Verabreichung von Heilbädern i.S.d. § 12 Abs. 2 Nr. 9 UStG zu beurteilen sind. Mit dieser neuen steuerlichen Beurteilung bringen BFH und BMF alle zum Schwitzen: Saunabetreiber, weil sich ihre Leistungen verteuern, Besucher, weil der Eintritt steigt, Hoteliers, weil die Rechnungsstellung schwieriger wird und Steuerberater, weil wir das alles unseren Mandanten erklären müssen.

Haben sie dabei schon mal an die Lohnsteuer gedacht?

Wegen der unterschiedlichen Steuersätze auf Beherbergungs- und Saunaleistungen sind Hoteliers gezwungen die Leistungen separat in der Rechnung auszuweisen. Da eine lohnsteuerfreie Erstattung nur für Übernachtungskosten möglich ist, stellt sich die Frage wie die Finanzverwaltung zukünftig mit separat in Rechnung gestellten Saunaleistungen umgeht. Vielleicht will Ihnen bald ein besonders kluger Lohnsteuer-Außenprüfer erklären, dass Kosten für die Sauna keine Übernachtungskosten sind.

Lassen Sie sich davon nicht überrumpeln. Die Buchung eines Hotelszimmers für einen Arbeitnehmer anlässlich einer Dienstreise erfolgt aus überwiegend betrieblichem Interesse des Arbeitgebers. Zumindest dann, wenn eine Buchung ohne Sauna gar nicht möglich ist, sollte sich dieses überwiegend betriebliche Interesse auch auf die Saunaleistung beziehen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, empfehlen Sie Ihren Mandanten, dass er mit seinem Arbeitnehmer ein Nutzungsverbot bezüglich der Sauna vereinbart. Auch dann ergibt sich kein steuerlicher Vorteil für den Arbeitnehmer.

tl/dr: Die Erstattung von Übernachtungskosten anlässlich einer Auswärtstätigkeit ist lohnsteuerfrei. Aufgrund geänderter Umsatzsteuersätze könnte es zukünftig vermehrt zum separaten Ausweis von Saunaleistungen in Hotelrechnungen kommen. Ob das Schwitzen zukünftig lohnsteuerpflichtig ist, ist noch nicht geklärt!

Fundstelle
BMF-Schreiben vom 28.10.2014, BStBl 2015 I S. 835

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