Schmerzensgeld wegen Schikane im Job

Einem Industriekaufmann hat das Arbeitsgericht Siegburg 7.000 EUR Schmerzensgeld zugesprochen, nachdem sein Arbeitgeber ihn über Jahre hinweg herabwürdigend behandelt hatte, indem er u.a. die Toilette putzen sollte.

Der Kläger hat inzwischen eine psychische Erkrankung, die auf seinen Arbeitsplatzkonflikt zurückzuführen sei.

§ 1 AGG verbietet jegliche Benachteiligungen. Nach § 3 Abs. 3 AGG kann so eine Benachteiligung auch eine Belästigung sein und zwar, wenn ein Umfeld geschaffen wird, dass von Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnet ist und dadurch die Würde der betreffenden Person verletzt.

Ein solches Umfeld schaffendes Verhalten sah das Gericht bei dem Beklagten Arbeitgeber. Er habe den Kläger über Jahre hinweg, trotz Aufforderung zur Änderung der Situation, unter seiner Qualifikation beschäftigt und darüber hinaus in der Form schikaniert, dass er plötzlich einen wesentlich schlechteren Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt bekam als die anderen Mitarbeiter, seine Urlaubsanträge abschlägig beschieden wurden und er sogar die Toilette reinigen sollte.

Zudem kam eine dauerhafte feindselige Behandlung durch den Arbeitgeber, der auch keinerlei Rücksicht auf seine entstehende Erkrankung nahm.

Durch die Herabwürdigungen habe der Arbeitgeber seine Rücksichtnahme- und Fürsorgepflicht (§ 241 Abs. 2 BGB) verletzt, die ihn auch dazu verpflichtet, das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmer zu schützen.

Fundstelle
AG Siegburg, Urteil vom 11.10.2012 1 Ca 1310/12

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