Schluss mit lustig! Aufwendungen für Herrenabend nicht abzugsfähig

Aufwendungen für die Unterhaltung und Bewirtung an „Herrenabenden“ sind nach § 4 Abs. 5 Nr. 4 EStG nicht als Betriebsausgaben abzugsfähig, wenn sie im Zusammenhang mit der privaten Lebensführung und gesellschaftlichen Stellung der eingeladenen Gäste stehen.

Sachverhalt
Eine Partnerschaft von Rechtsanwälten organisierte regelmäßig Veranstaltungen zu denen Mandanten, Geschäftsfreunde und Personen aus Politik und Verwaltung eingeladen wurden. Bei den Eingeladenen handelte es sich ausschließlich um Männer. An diesen - unter verschiedenen Mottos stehenden - Herrenabenden wurden die Gäste bewirtet und mittels Rahmenprogramm unterhalten.

Nach Auffassung des Finanzamts waren die für die Herrenabende entstehenden Kosten nicht abzugsfähig.

Entscheidung des Finanzgerichts
Das FG bestätigte im Ergebnis die Entscheidung des Finanzamts, da die Aufwendungen dem Betriebsausgabenabzugsverbot nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG unterlägen. Nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG sind Aufwendungen für Jagd und Fischerei, für Segel- und Motorjachten sowie für ähnliche Zwecke und damit im Zusammenhang stehenden Bewirtungen nicht abzugsfähig. Der Gesetzgeber unterstelle bei diesen Aufwendungen typisiert einen Zusammenhang zur persönlichen Lebensführung und zur gesellschaftlichen Stellung des Steuerpflichtigen oder seiner Geschäftsfreunde, welcher aus Gründen der Steuergerechtigkeit einem Betriebsausgabenabzug entgegenstehe. Als „ähnliche Zwecke“ seien vorliegend auch die Herrenabende zu beurteilen, da ein Zusammenhang zur persönlichen Lebensführung oder gesellschaftlichen Stellung der Gäste nicht ausgeschlossen werden konnte.

Fazit
Gesellige Männerabende auf Firmenkosten hätten sich mit der vorstehenden Entscheidung erledigt. Gleiches dürfte - auch wenn das FG im entschiedenen Fall explizit von „Herrenabenden“ spricht - für Damenabende oder gemischte Veranstaltungen gelten. Im anhängigen Revisionsverfahren bleibt allerdings zu hoffen, dass der BFH die vom FG weitgefasste Auslegung des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG zugunsten der Steuerpflichtigen wieder einschränkt.

Fundstelle
FG Düsseldorf vom 19.11.2013 10 K 2346/11 F, anhängig beim BFH unter Az VIII R 26/14

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