Schauen Sie, wo Sie hintreten: Die besondere Gefahr des Highheeltragens und ihre rechtliche Konsequenz

Haas - Steuernachrichten

Gitterrost als Fußabtreter - Verkehrssicherungspflichtverletzung bei Highheel-Bruch? Nein. Wird ein Gitterrost mit ca. 4 x 7 cm großen Öffnungen als Fußabtreter verwendet, ist das in Ordnung. Bricht sich eine Besucherin darin ihren Absatz, so beruht das nicht auf einer Verletzung der Verkehrssicherungspflicht der Hauseigentümerin. Träger von Absatzschuhen müssen beim Gehen immer besondere Vorsicht walten lassen.

Die Besucherin eines Hauses bleibt mit Ihren Absätzen im sich seit Jahrzehnten vor dem Haus befindenden Gitterrost hängen. Sie stürzt und verlangt Ersatz des ihr entstandenen Schadens. Das Argument: Die ca. 4 x 10 cm großen Gitteröffnungen seien ungewöhnlich groß und entsprächen so nicht einem verkehrssicheren Zustand.

Die Entscheidung des Gerichts: Die Öffnungen seien zwar tatsächlich im Vergleich zu anderen Fußabtretergittern recht groß, jedoch besteht die Gefahr mit Absätzen hängen zu bleiben gleichermaßen auch bei üblichen Gitterrosten. Die Hauseigentümerin verletzt deshalb mit dem Rost ihre Verkehrssicherungspflicht nicht.

Die Absatzträgerin oder auch der -träger muss bei Gitterrosten jeglicher Art besonders wachsam sein. Die Gefahr zum Hängenbleiben ist erkennbar und bei einem Sturz wegen unbedachten Gehens trägt die Highheelträgerin selbst die Schuld.

Fundstelle
OLG Schleswig, Urteil vom 06.04.2017 11 U 65/15

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