Saunanutzung durch Hotelgäste

Umsatzsteuer

Aufteilung eines Gesamtentgeltes von Hotelgästen bei der Saunanutzung.

Für unmittelbar mit dem Betrieb von Schwimmbädern verbundene Umsätze sowie für die Verabreichung von Heilbädern gilt gem. § 12 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 UStG der ermäßigte Steuersatz.

Die Finanzverwaltung vertrat bisher die Auffassung, dass die Saunanutzung als verabreichtes Heilbad ihrer Art nach Heilzwecken dient und somit regelmäßig dem ermäßigten Steuersatz unterliegt.

Mit dem BMF-Schreiben vom 28.10.2014 änderte die Finanzverwaltung jedoch die bisherige Rechtsauffassung und unterwirft Saunaleistungen, die nach dem 30.06.2015 erbracht werden, dem Regelsteuersatz.

Daraufhin passte die Finanzverwaltung ebenfalls den USt-Anwendungserlass mit Datum vom 21.10.2015 an und legt fest, dass bei Beherbergungsleistungen (ermäßigt zu besteuern nach § 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG), die nach dem 30.06.2015 zusammen mit Saunaleistungen zu einem pauschalen Gesamtentgelt erbracht werden, das einheitliche Entgelt sachgerecht auf die einzelnen Leistungen aufzuteilen ist. Dabei kann der Anteil des Entgelts, der auf die nicht ermäßigte Leistung entfällt, im Wege der Schätzung ermittelt werden. Schätzungsmaßstab kann beispielsweise der kalkulatorische Kostenanteil zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags sein. 

Fundstelle
BMF-Schreiben vom 21.10.2015 III C 2 - S 7243/07/10002-03

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