Sachverständigenkosten bei der Erbschaftsteuer abziehbar

Bewertungsgesetz und Erbschaftsteuer

Die Kosten eines Sachverständigengutachtens, die im Zusammenhang mit den vererbten Vermögen stehen, sind als Nachlassverbindlichkeiten zu berücksichtigen und mindern somit die anfallende Erbschaftsteuer.

Die Kosten eines Sachverständigengutachtens, die im Zusammenhang mit den vererbten Vermögen stehen, sind als Nachlassverbindlichkeiten zu berücksichtigen und mindern somit die anfallende Erbschaftsteuer (BFH vom 19.06.2013 – II R 20/12). 

Sind Grundstücke Gegenstand einer Schenkung oder gehören sie zu einem Nachlass, so sind sie bei der Erbschaft- oder Schenkungsteuer mit dem Verkehrswert zu berücksichtigen. Der Verkehrswert ist dabei grundsätzlich nach den im Bewertungsgesetz vorgegebenen Verfahren zu ermitteln. Ein tatsächlich niedrigerer Wert kann allerdings aufgrund der Öffnungsklausel in
§ 198 BewG durch ein Sachverständigengutachten nachgewiesen werden. 

Die Kosten solch eines Gutachtens sind gem. § 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG als Nachlassregelungskosten – ebenso wie die Steuerberatungskosten für die Erstellung der Steuer- und Feststellungserklärungen – abziehbar, wenn sie durch die Schenkung bzw. den Erbfall veranlasst sind und mit deren Abwicklung im direkten Zusammenhang stehen. Wurde das Gutachten aufgrund der abzugebenden Feststellungserklärung in Auftrag gegeben, so steht es der vollständigen Berücksichtigung der Kosten auch nicht entgegen, dass ein weiterer Zusammenhang mit dem beabsichtigten Verkauf des Grundstücks bestand. 

Das Finanzamt und auch das Finanzgericht Nürnberg hatten den Abzug der Gutachterkosten nicht zugelassen, da diese vorrangig durch die beabsichtigte Minderung der Erbschaftsteuer veranlasst und somit, wie die Erbschaftsteuer selbst, nach § 10 Abs. 8 ErbStG nicht abziehbar seien. Dieser Auffassung hat der BFH ausdrücklich widersprochen. 

Fundstelle: BFH vom 19.06.2013 – II R 20/12

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